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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1927-01-01 · 1926 (1927) · page 44

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1926 (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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IRI
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Termehrt, daß die Fürsten entgegen der Vereinbarung und im Widerspruch zu dem Oberamtlichen Dekret die einmalige Contribution in eine jährliche verwandelt hatten, ״welches zuvor in demselben gar nicht erwehnet oder begeret worden“. Die Juden konnten sich gegen ihre Bedrücker nicht wehren. Der Freiherr aber deckt die falsche ״Deutung“ auf und brandmarkt das Verhalten der Fürsten und Stände, die nicht nur ungerechte Contributionen erzwungen, sondern ״selbige dupliren und jährlich zu 200 auf sie geleget“ haben. Wenn auch diese Steuerbeträge im Vergleich״ zu den Biesensummen, um die es sich bei den Steuer-Beitungen der Fürstentage handelte, lächerlich gering sind, so hatten es die Fürsten und Stände nicht verschmäht, von diesem kleinen Häuflein Juden, die, wie Proskowski bezeugt, durch Kriegsnot und häufige Brandschatzungen verarmt und zu Grunde gerichtet waren, ״solche unmöglichen Anlagen“ zu erpressen1). Erschüttemd klingt die Versicherung des Freiherm, daß die verhafteten Juden eher im Gefängnis verfaulen würden, als die übrigen zu einer unmöglichen Leistung gebracht werden könnten. Die unerträglichen Forderungen zwangen viele Juden zum Wegzug. Durch eine weitere scharfe Exekution werden sich auch noch die wenigen verlaufen und die von den häufigen Bränden ,übriggebliebenen Häuslein verlassen müssen“. So tritt 1ms das Bild der Juden entgegen, über deren Wucher und übermäßige Bereicherung unaufhörlich geklagt wird. Wohl hat die Beschwerde des Freiherrn von Proskowski ein Eingreifen des Kaisers herbeigeführt. Der Kaiser fühlte sich bewogen, das Interesse der Zülzer Herrschaft und ihres Urbarii zu schützen und auf ihre alterworbenen Bechte hinzuweisen. Die Bechte der Juden wurden dabei auch vom Kaiser außer acht gelassen. Wie milde klingt sein Befehl zur Abstellung des Uebels! Der Burggraf von Dohna soll ״hierüber zu Händen der böhmischen Hofkanzlei berichten, inzwischen aber die Juden aus der Haft gegen genügende ף Durch das Geleitsgeld wurde die Kapitationssteuer nicht abgelöst. So klagt Proskowski, daß von den Juden ״Ueber dieses auch׳ von einem Jedwedem so über 10 Jahr Zu .2 Ducaten der aber drunter Zu 1 Ducaten Haubtsteuer“ verlangt werde. Die Steuerlast wurde deshalb so unerträglich, ״da sie alle und Jede andere Steuern, Anlagen und Contributionen in dem Lande neben den Christen erlegen müssen.“

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