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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1927-01-01 · 1926 (1927) · page 28

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1926 (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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IRI
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% ■ ■ י ■ ' ' : . . - ■ ־'. / Wenige Jahre der Buhe waren demnach auch den schlesisehen Juden gegönnt. Bald regten sich aber von neuem die feindlichen Kräfte. Wiederum waren es die Zülzer Juden, die unter dem Haß am stärksten zu leiden hatten. Während das mährische Städtchen Hötzenplotz außerhalb des Einflußbereiches der schlesischen Fürsten und Stände lag, während ferner die in Glogau verbliebenen Juden infolge der Bemühungen des reichen IsraelBenedikt den mächtigen Schutz der böhmischen Hofkanzlei genossen1) und sich der Feindseligkeit der schlesischen Fürsten erwehren konnten, war die Lage der ״armen Juden Gemain“ in Zülz besonders schwierig und bedroht. Aus eigenen Mitteln konnte sie die Gelder nicht aufbriugen, die notwendig waren, um die einflußreichen Beamten der Hofkanzlei günstig zu stimmen. Die Juden in Zülz mußten immer wieder einsehen, daß ihr Aufenthalt bedroht und ihre Duldung unter der gräflich Proskauischen Herrschaft, durch die Instruktion Budolf H. vom 9. November 1591 gewährleistet, den stärksten Anfeindungen seitens der Fürsten und Stände ausgesetzt war. Fast ein Jahrzehnt dauerte der imgleiche Kampf. Kein Mittel durfte unversucht bleiben, um die Gefahr der Austreibung abzuwenden. Es handelte sich nicht nur um das Schicksal der kleinen Gemeinschaft der Juden von Zülz. Weit darüber hinaus mußte ihre Austreibung als eine Katastrophe angesehen werden, deren Auswirkung gefahrbringend sich auch auf weitere Kreise der unter kaiserlichem Schutz stehenden Judenschaft erstrecken konnte. Hätten die mächtigen Feinde gesiegt und die Verdrängung der schlesischen Juden aus ihren letzten Zufluchtsstätten erreicht, so wäre den Juden der Weg nach Schlesien auch für spätere Jahrhunderte versperrt geblieben. Mit großer Energie verteidigten die Juden ihr Becht. Man war ja von früher her gewohnt, die Gefahr der Aus- Weisung durch die Fürsprache einflußreicher Kreise abzuwenden und die Gunst des Kaisers und seiner Umgebung durch hohe Summen zu erkaufen2). ף Am 30. Juli 1598 erhielt J. B. das Privileg. *) Bondy-Dworsky, Z. G. d. J. in Böhmen, Nr. 1289, S. 1014 f., vergl. Brann a. a. O. S. 176 u. 182. Wie von den Juden, so ließen sich die Könige auch von den Gegnern der Juden Gelder zahlen, um ihren Forderungen zur Austreibung der Juden zu entsprechen. So befiehlt König Ferdinand <24. Mai 1542 Nürnberg) dem Bischof von Breslau, mit den Städten der

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