Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1926 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Gründe lassen sieh nnr erraten1). Nach dem Tode Maximilians mehrten sich die Angriffe. Alle möglichen Anklagen nnd Beschnldignngen gegen die Juden sollten auf Kaiser Kudolf n. einwirken. Bald nach seinem Regierungsantritt schienen diese Bemühungen auch Erfolg zu haben. Der Kaiser schwankte zwischen der Möglichkeit, die Juden gänzlich aus Schlesien zu vertreiben und der Verlockung, ihnen eine neue Steuer aufzuerlegen2). Die zweideutige Haltung des Kaisers läßt vermuten, daß er sich einen Ausweg offen halten wollte. Die Frage des größeren Vorteils war wohl noch nicht genügend geklärt3). Dieses zögernde Doppelspiel behagte aber den Machthabern in Schlesien nicht. Die schlesischen Pürsten und Stände drängten auf endgültige klare Entscheidung4). Das Zögern, die unschlüssige Bedenklichkeit der höchsten Stelle5), die auf alle Pürstentagsbeschlüsse, welche Abschaffung ף s. Brann: Gesch. d. Juden in Schlesien, Heft V, S. 176 u. 182. Der Streit um die Bestechungsgelder zwischen Niklas Walter und Kasper von Lindeg scheint in dieser Zeit zu spielen. Zu der Anm. 5 auf ders. S. vergl. meine Ausführungen u. S. 15. Anm. 1. 2) Fürstentags-Instruction d. d. Prag den 1. Juny ao 1580. ״Weil vorkomme, daß in wenig Jahren viel Juden in Schlesien hin und her in die Städte eingeschlichen, und mit Ihrem Wucher die Inwohner beschweherten, und aussaugen thäten; So begehrten Ihro Maytt. entweder dieselben aus dem Lande zu schaffen, oder aber dasjenige so vermöge des Landtag Schlusses in der Cron Bohaim verwilliget, contribuiren zu lassen/6 (s. Br. Stadt־A. A 45, 7 f. 17b; beigefügt: ״Artigkel aus dem Landtages Beschluss der Cron Bohaim von wegen der Juden“, ibd. f. 48.) Vgl. Bresl. Staats־A. Opp. Rat. II 15 c f. 2 ff. 3) Ein bezeichnender Hinweis findet sich in einer späteren kaiserl. Instruktion (12. Juni 1581): Da die Juden den auf sie geschlagenen Zins unweigerlich entrichten, die Judensteuern außerdem von den früheren Kaisern öfters verpfändet worden sind, so sei nochmals zu erwägen, ob die Abschaffung durchzuführen sei. Die Commissare sollen sich mit den F. u. St. zur genüge verständigen und in Erfahrung bringen, ob diese bei ihren Forderungen beharren. (Br. Stadt-A. A 45,7 f. 168a). Eine abweisende Antwort der Fürsten erfolgte am 21. Juni 1581. Die Zinseinkünfte von den Juden seien nur gering. Diese könnten die Christen auch aufbringen, (ibd. f. 181b.). ף Fürstentägsbeschluß vom 17. Juni 1580 (ibd. A 45,7 f. 74 a u. Bresl. Staats-A. F. Gpp. Rat. II 15 c). 5) s. Br. St. A. F. O. R. II 15 c f. 8/9, Reskript des Kaisers vom 22. Juli 1580 aus Prag, worin er auf den letzten Fürstentagsbeschluß, die Abschaffung der Juden aus Schlesien betreffend, Bezug nimmt. Wie er bereits dem Herzog von Liegnitz und Brieg mitgeteilt, habe er diese ״noch in ani Bedencken gezogen“. Er übersende dabei ״dem Hoch-