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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 100

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 100)
Language
German
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gezeigt wird) daran, daß ״durch den Gebrauch dieser beiden Sinne das Virtuelle im Menschen zur Aktualität gelangt". Denn während der Stuhl, aber auch das Tier seine Entelechie im Augenblicke der Entstehung erlangt, ist dem Menschen die Vollkommenheit nur als Anlage gegeben; insofern ist ״sein Vorzug vor dem Tiere ein Nichts“, d. h. ein noch nicht aktueller, und ״der Todestag", an dem er die relativ höchste Vollkommenheit erlangt, ,,dem Geburtstage vorzuziehen"1. Danach wäre zu erwarten, daß Albo mit den Philosophen in der Entwicklung unserer Denkanlage die Bestimmung erblickt. Aber gegen diese Ansicht und die ihr zugrunde liegende Unsterblichkeitslehre erhebt er den Einwand, daß die Erreichung dieses Zieles nur für die allerwenigsten Menschen erreichbar wäre und in manchen Generationen vielleicht überhaupt nicht erreicht würde — sodaß die Erschaffung eines großen Teils der Menschen völlig zweck- und sinnlos wäre2. Ueberdies kommt der Hilfswissenschaft der Mathematik nicht die Bedeutung zu, welche diese Bestimmungslehre ihr zuschreiben muß3; und da unser Denken gerade auf metaphysischem Gebiete, wie die Meinungsverschiedenheiten der Philosophen zeigen, von Irrtümem durchaus nicht frei ist, kann kein Mensch nach dieser Lehre seiner *Unsterblichkeit sicher sein. Vielmehr ist davon auszugehen, daß jedes Wesen zur Erlangung seiner Vollkommenheit gewisser Handlungen bedarf. Nur hieraus ist der Wandel der Sterne verständlich (§ 4). Welche Handlungen aber zu unserer Vervollkommnung und zur Erreichung unseres Zieles dienen (§ 6), ist schwer zu sagen und auch aus der Freude der gottentstammten Seele an gewissen Handlungen nicht mit voller Sicherheit zu erkennen4, da (§ 7) die Temperamente zu verschieden sind. Deshalb hat Gott uns durch seine Propheten mitgeteilt, was ihm wohlgefällig ist, ״um den Menschen zum menschhchen Endziele anzuleiten“ (§ 8 g. E.; vgl. § 12). Insbesondere dient hierzu die Thora, nicht nur durch ihre Lehren und diejenigen Gebote, die wir nur wegen ihrer Erteüung durch den göttlichen Willen üben, sondern auch durch ihre Rechtsbestimmungen, die im Gegensatz zu den manchmal gleichlautenden bürgerlichen 1 § 2 Ende nach Qoh 3^, lv 2 § 3 Anf. Der Einwand knüpft an einen Selbsteinwand des Maimuni an 1s. o. S. 64), ohne auf dessen Antwort einzugehen. 8 Ebd. Forts* Zusammenhang mit den Ausführungen des Grescas gegen Gersonides (53 b oben der Wiener Ausg.) ist unerweislich. 4 Vgl• auch § 24.

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