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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 96

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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Vs׳r׳v-;.••זי?ו ־׳ « ,/ .׳ 80 sprichwörtliche Verbreitung gefunden hat1. Aber erst Crescas gestaltet den Begriff Gottes und den der Verbindung mit Gott derart um, daß die wahre Liebe sowohl als Nachbildung des wissenschaftlich erkennbaren Gottes wie als eschatqlogisches Bindemittel aufgefaßt werden kann. Und erst dadurch wahrt er der Liebe ihr Recht im wissenschaftlichen Weltbild. Was Bachja Liebe nennt, ist in Wahrheit ein durchaus .numinoses Gefühl, das ebenso stark die Züge des tremendum wie des fascinosum trägt2; nicht das Liebesempfinden, sondern die Ein- Stellung auf das Jenseitige, aus dem allein Licht auf das Diesseits und auf unsere Pflichten in ihm fällt, ist ihm, gerade im X. Buch, das Wesentliche3. Maimuni gibt nach Gazzalis Vorgang4 jenem sufischen Spruch, der gnostisch gemeint war5, wissenschaftlichen Sinn: ,,wir können Gott nur lieben mit unserem Verstände; entsprechend unserer Erkenntnis, ist unsere Liebe groß oder klein; daher muß sich der Mensch nach Kräften der Wissenschaft hingeben, die ihn seinen Schöpfer erkennen läßt‘6‘; das eigentliche Ziel unseres Strebens bildet danach — der More zeigt das noch deutlicher7 — die wissenschaftliche Erkenntnis. Auch nach Gabirol8 führt Erkenntnis zur Einigung mit Gott. Andererseits verzichtet Jehuda Hallevi darauf, aus der Natur mit Hilfe der Wissenschaft den Gott der Liebe zu erkennen — wenn wir ihn auch, nachdem uns die Offenbarung seine Güte 'erkennen gelehrt, in der Natur wiederzufinden suchen9. Crescas dagegen entdeckt in dem (unbildlich aufgefaßten) Gotte des platonischen Timaios, der aus neidloser Güte die Welt schafft, einen Elohim mit Jhws Zügen (in Jehuda Halle vis Begriffssprache geredet), einen wissenschaftlich erkennbaren und doch dem religiösen Sehnen genügenden Gott. Und zu der (vom Mittel- 1 Belege im folgenden. ־— Wirkung verwandter christlicher Lehren ist denkbar, aber unerweislich. 2 Buch X (Buch der Liebe!), § 3 Mitte (S. 1**1444 ״ St.): ״Das kräftigste Mittel, das dir, mein Bruder, zu dieser obersten Stufe verhilft, ist ängstliche Furcht und Erschauern vor Gott“ *Lo *Jf 0^1 3 Vgl. namentlich die letzten Seiten. 4 Obermann, Subjektivismus Gazzalis 283. 5 Nicholson, The idea of personality in Sufism S. 10. 6 Mischne Thora Hilch. Tesch. X 6. 7 Nach III 51 Mitte besteht der Gottesdienst des Herzens in der Hin- Wendung der Vernunft auf den höchsten Gegenstand der Erkenntnis; vgl. auch Munks Anmerkung zu S. 437 f. der Uebersetzung. 8 Vgl. S. 285,7 ft B. 9 Kusari III 11 g. E.

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