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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 93

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 93)
Language
German
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IRI
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77 richtig. Nicht nur der Gedanke an einen zwecklos schaffenden Gott ist unerträglich: auch die Physis des Aristoteles ״bildet nichts zwecklos“. Und der Satz der Gebete ״wenn er gerecht ist — was gibt er Dir“, auf den Maimuni sich beruft, besagt nur, daß kein Rechttun uns einen Anspruch auf die göttliche Verzeihung und Rechtfertigung geben kann, aber er sagt nichts über die Zwecklosigkeit der Welt aus. Wenn vielmehr Maimuni die Frömmigkeit des Menschen deshalb nicht für den Endzweck der Schöpfung halten will, weil Gott durch sie keine Förderung erfährt, und weil unbeschadet der Förderung, die dem Menschen durch sie zuteil wird, immer noch die Frage offen bleibt, weshalb denn ein zur Frömmigkeit begabtes Wesen überhaupt geschaffen worden sei, — so ist auf die letztere Frage zu antworten, daß der Endzweck der Schöpfung des Menschen die Verwirklichung der . Güte ist, die Gottes Wesen darstellt. Diese Argumente erscheinen Crescas so durchschlagend, daß er damit rechnet1, Maimuni selbst habe die Existenz eines Weltzweckes nicht bestreiten, sondern nur auf die Schwierigkeit seiner Aufzeigung hin weisen wollen. In der Tat hätte sich Crescas für diese Auffassung auf manche Aeußerung seines großen Gegners berufen können. Der Nachdruck liegt an der Stelle More III 13 unzweifelhaft auf der Abwehr der naiven anthropozentrischen Beschränktheit — nicht auf der Bestreitung eines Weltzweckes überhaupt. Ja, da Maimuni das Walten Gottes in Gesetzgebung und Natur ausdrücklieh in Parallele setzt2 und in der Meinung, Gott könne ״spielerische Handlungen“, also solche ohne ernste Absicht, ausführen, eine Lästerung erblickt3, so erklärt er offen, daß ״es ein bestimmtes Ziel für jedes Naturgeschehen gibt, mögen wir es kennen oder nicht4“, und tadelt ״die Unwissenheit in bezug auf das erste Ziel des Schöpfers, welches darin lag, allem Daseinsmöglichen zur Da- Seinswirklichkeit zu verhelfen, da das Dasein imzweifelhaft das Bessere ist“5, und da ״die himmlischen Wesen“ — also gewiß 1 61 a 13 v. u.; vgl. auch 60 b letzte Zeilen. 2 Z. B. M$re III 26 und 32 Anfang. 3 More III 25. 4 Ebd. S. 198 der Uebers. Gewiß wissen wir nicht, weshalb es neun Sphären gibt (Einl. zum Mischnakomm. 57; More II 18 g. E.); aber II 19 {— 44 a) wird ausdrücklich betont, daß es Gründe dafür gibt, nur daß sie uns unbekannt sind. 5 More III 25 g. E. (57 b unten des Textes, 202 oben der Uebers.)

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