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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 92

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 92)
Language
German
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IRI
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auch zur Seligkeit im Jenseits. Allein diese Seligkeit ist natürlich nicht etwa ein höheres Ziel als die Liebe. Vielmehr bleibt es bei der Teilung des Endzweckes: vom Standpunkt des Menschen aus gesehen ist die Erziehung zur Liebe der Zweck der Thora, vom Standpunkt der göttlichen Güte aus ist es seine Führung zur Seligkeit. Nachdem aber nunmehr der Endzweck der Thora erkannt ist, kann auch die Frage gestellt werden, wie er sich zu dem Endzweck der Welt verhält. Ja, es liegt auf der Hand1, daß insofern der Endzweck beider von gleicher Art ist, als beide die Verwirklichung des ״Guten“ bezwecken. Und wenn dies ״Gute“ ein Gattungsbegriff mit vielen ״Arten“ und ״Individuen“ ist2, so läßt sich weiter behaupten, daß das Gute, dessentwegen die Gesamt Schöpfung und die Thora da sind, von gleicher ״Art“ ist, da sowohl alles in der Schöpfung der ewigen Dauer wegen oder zur Förderung ewig dauernder Wesen da ist wie ja auch die Thora uns zur Ewigkeit verhelfen will; und der Endzweck der niederen Welt und der Thora sind sogar der ״Individualität“ nach identisch, da der Endzweck der niederen Welt der Mensch ist und dessen Bestimmung, die Verwirklichung der Gottesliebe, völlig mit derjenigen der Thora zusammenfällt. Zur Stützung dieser Anschauungen dient3 der Hinweis darauf, daß die Welt — auch nach Maimuni — eine Einheit darstellt, also allerdings ein einheitlicher Zweck für sie anzunehmen ist, und dieser Zweck, wenn anders Gott wesenhaft gut ist, nur die Verwirklichung des Guten sein kann. Und wenn Maimuni gemeint hat4, die Annahme eines Weltzweckes widerspreche der Vernunft — unter der Voraussetzung der Ewigkeit wie der Erschaffenheit der Hyle -— wie der Tradition, so ist das Gegenteil 1 II 6, § 3. 2 Dieser Nebensatz nach 60 b 3 ff. 8 Das folgende nach II 6, § 4. Die Belege aus dem jüdischen Schrifttum sind fortgelassen. 4 Die Auseinandersetzung mit Maimuni liegt uns in zwei Fassungen vor: II 6, § 5 und III 1, §1. Letztere scheint die zuerst entworfene, da II 6, § 4 ( 60 b 10 v. u.) auf sie verwiesen wird, während in ihr jeder Hinweis auf die vorhergehende fehlt. Den Eindruck, daß Crescas seinem Werk so wenig, wie er es hat fortsetzen können, die letzte Feile zu geben in der Lage war, hatte ich bereits, ehe ich auf diesen schlagenden Beweis aufmerksam wurde. Solange vir aber keine Edition haben, sind die Beweise, die man aus stilistischen Mängeln noch gewinnen könnte, auf Sand gebaut. (Neumark, a. a. O. S. 4, behauptet die Fertigstellung des Buches kurz vor Crescas״ Todesjahr 1410, ohne überzeugende Gründe).

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