Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1925 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 90)
- Language
- German
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74 ^ף־י י j,r, alter Natur) in den empirisch gegebenen Einzelheiten. Und wie das wissenschaftliche Interesse tatsächlich weit über das Metaphysische und seine empirischen Hilfswissenschaften hinausgeht, so ist auch die Jenseitshoffnung, der doch nur die metaphysische Erkenntnis dienen kann, nur als schwaches Nebenmotiv zu bewerten — neben dem rastlosen Forscherdrang, der seinen Lohn in sich selber findet. Zusammenfassend wird man also Maintunis Bestimmungslehre kennzeichnen dürfen als eine Wiederaufnahme derjenigen des jungen Aristoteles — wenn man die Umgestaltung des Begriffes der Theorie durch die׳ dazwischenliegende neuplatonische Wendung des Denkens berücksichtigt. Das theoretische Lebensideal stellt sich hier wie dort als persönliches Bekenntnis des Denkers dar, mit dem seine Lebensarbeit in vollem Einklang steht. Aber es befestigt sich sowohl an der Betrachtung der Organisation des Menschen, vielleicht noch stärker als bei Aristoteles, da hier das Denken nicht nur wegen seiner späten Ausbildung, sondern auch wegen seiner Bedeutung für das Wesen des Menschen als seine Aufgabe erscheinen darf, — andererseits an der Vorstellung eines Gottes, der wesentlich, wie bei dem späteren Aristoteles, als Ideal theoretischer Vollkommenheit und im Denken befriedigt, zugleich aber im Sinne der Religion als zur Nachfolge aufrufend gedacht wird. So knüpft sich denn wieder der dreifache Faden: vom ethischen, vom physikalisch-teleologischen, vom metaphysisch-religiösen Gesichtspunkt aus scheint sich das Denken, also das Erfassen letzter metaphysischer und ethischer Wahrheiten, als die Zweckbestimmung des Menschen zu ergeben. Dennoch hat diese Lehre der Nachwelt nicht genügt. Während Leviben Gerson Fragen der Ethik in seinem philosophischen Werke nicht behandelt und demgemäß nur in der Einleitung kurz auf die Bedeutung der Metaphysik für die theoretische und praktische Eudämonie hinweist1, zeigt Creseas wieder starkes Interesse für unser Problem. Da Maimuni die Frage nach dem Endzweck der gesamten Schöpfung abgelehnt habe, 1 Milchamot S. 2 unten; auch in den Kommentaren spielt der Be־ griff der הצלחה eine große Rolle, doch ist mir keine Stelle bekannt, nach welcher der Mensch ihretwegen geschaffen wäre. Daß die Formen der niederen Materie nur dieser הצלחדן wegen da sind, sagt er in der Einleitung zum Thorakommentar. In den Milchamot gilt I 6 S. 37 die einheitliche Erfassung der v07jxa ab Zweck (תכלית) des vouc 0Xtxd<;.