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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 89

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 89)
Language
German
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IRI
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■■יוווייייייייי^וי^^^ w ־T־a׳ m׳■ 73 bei der Erklärung der niederen Organismen tritt die immanente Teleologie der naturwissenschaftlichen Schriften des Aristoteles stark in den Vordergrund1. Man hat längst Einflüsse Ibn Roschds auf dieses Stück angenommen2; die Bekanntschaft mit seinen Schriften, in denen die rein anthropozentrische Auffassung aufgegeben war3, dürfte Maimuni zur Nachprüfung seiner Jugendanschauung veranlaßt haben. Wenn aber inf More die echt aristotelischen Züge reiner hervorzutreten scheinen, als in der Jugendschrift, so ist diese Erscheinung als Ganzes betrachtet nicht auf literarische Einflüsse zurückzuführen, sondern weit eher als eine Rückkehr Maimunis zu seinem eigenen Wesen zu bezeichnen, das dem Forscherideal des echten Aristoteles weit näher stand, als jenen Neuplatonikern und Hermetikem, deren Unterschiebungen, Erläuterungen und Weiterbildungen ihm das Bild des ״Philosophen“ trübten. Denn daß auch er die theoretische Eudaimonie des Meisters erlebt und die Forschung nicht bloß eschatologischer Folgen wegen geschätzt hat, zeigt sein Lebenswerk. ״Wäre nicht die Thora meine Lust und die Wissenschaft, die mich meinen Kummer vergessen läßt, ich wäre untergegangen in meinem Jammer“ — diese Worte eines bekannten Briefes4, in welchen die Voran- Stellung der Thora durch Rücksicht auf den Adressaten veranlaßt sein könnte, kennzeichnen ihn durchaus. Und das Interesse für die Wissenschaft beschränkt sich nicht auf das Metaphysische; es umfaßt in gleicher Weise Heilkunde und Fiqh (Gesetzeslehre)5, und den letzteren nicht nur sofern er zur jenseitigen Seligkeit beiträgt«— sonst hätte er sich, so gut wie später Jakob ben Ascher, auf die zur Zeit anwendbaren Gesetze beschränkt, also nicht mit unendlicher Mühsal Reinheits-, Opfer- und Tempelgesetze herangezogen —, sondern aus dem echt aristotelischen Bedürfnis nach organischer Betrachtung, nach logischer Durchleuchtung der sinnlichen Erscheinung und nach Erkenntnis der allgemeinen Formgesetze der Natur (und auch Geschichte ist dem Mittel- 1 S. 23a unten 87 f. der Uebers. 2 Munk, Le guide III 86, 3. 3 Vgl. Die Metaphysik des Averroes, übersetzt von Horten (Halle 1912) 200: ״Wir können betreffs einiger Tiere und Pflanzen nachweisen, daß sie nur wegen der Menschen existieren; betreffs anderer ist es jedoch nicht ersichtlich, z. B. der wilden Tiere.“ 4 Abgedruckt z. B. bei Abr. Geiger, Mose ben Maimon 6b. 5 Den arabischen Terminus gebraucht Maimuni z. B. in seinem Mischnakommentar beständig.

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