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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 87

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 87)
Language
German
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71 der irgendwie Gott in seinem Wesen nahesteht, aber auch besonderer göttlicher Hilfe, insbesondere in der Erkenntnis, gewürdigt wird, — eine Idee, die seit Philon auf religiöse Naturen immer eine verständliche Anziehungskraft geübt hat. Und die auffallend asketische Färbung des ethischen Ideals S. 53, 18, wo das Wohl der Seele die Ertötung (vjr^) des Körperliehen zur Voraussetzung hat, in kaum vereinbarem Gegensatz zu Maimunis sonstiger Ansicht, insbesondere der gleichzeitigen sehr maßvollen Ethik der Acht Kapitel, spricht dafür, daß auf diese Stelle mystische Gedankengänge gewirkt haben, deren Anschauung nicht ganz diejenige Maimunis war; wenn der Schriftsteiler fortfährt, daß ein sinnliches Leben die ״göttliche Kraft“ am Zutage treten hindere und erläuternd hinzufügt ״ich meine: den Verstand“, so ist die Ueberarbeitung einer nicht ganz seinen Anschauungen entsprechenden Vorlage nicht zu verkennen; wenn also der niedere Mensch im Anschluß daran ״ein Stück Stoff, schwimmend im Meer der Hyle“ heißt, so ist vielleicht die Vermutung nicht zu gewagt, daß auf jene mystische Quelle die hermetische Vorstellung des ״hylischen Menschen“ von mittelbarem Einfluß gewesen sein könnte* 1. An dieser Lehre vom Ziel des Menschenlebens hat Maimuni insofern stets festgehalten, als er in der metaphysischen Erkenntnis das Band zwischen Mensch und Gott gesehen hat. Diese Ueberzeugung, die sich im Mischne Thora nicht nur in einzelnen Aeußerungen2, sondern vor allem in der Voranstellung eines ״Buches der Gotteserkenntnis“ ausspricht, veranlaßt ihn, im More den ,Zweck der Religion und ihrer Gesetze ausschließlich die Festigung dieses geistigen Bandes zu setzen3 und den Da- Askese auf alle diese Denker zu rechnen. Die schärfere Analyse würde aber m. E. mindestens mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen haben, daß die von Maimuni erwähnte und nicht ganz seiner Denkweise gemäß befundene g£5 Umschreibung des Logos ist, wie bei Jehuda Hallevi (Goldziher, REJ. 1905, 32 ff.). 1 Eine andere Stelle, an der man vielleicht mit Einflüssen der Mystik zu rechnen haben wird, ist Einl. zum More (I 4a M u n k 11 der Uebers.), wo vom Aufblitzen der Erkenntnis gesprochen wird. 2 Mischne Thora, Jess. hathora IV 13. 3 More III 51 (125a unten; Uebers. 439 ff.): Der Intellekt, der von Gott auf uns emaniert, ist das Band zwischen uns und ihm. Es hängt von uns ab, dies Band zu stärken oder zu schwächen. Die Ablenkung der Gedanken von Gott schwächt dies Band. Es ist daher der Zweck der Gebote, die Gedanken zu Gott hinzulenken.

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