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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 82

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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IRI
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■;t ■•®5p?*a •י';י*׳'.’• ״ ׳ . ־'; ' . ־;’■" 'י;'־f.. '■•'■■' יי/'.'״׳ '"•"־־ 66 Es hat für den Kenner der Entwicklung unseres Problems einen eigentümlichen Reiz, festzustellen, wie nahe sich Maimuni in den Grundgedanken dieser Abhandlung mit dem ihm völlig unbekannten Gedankengang des jungen Aristoteles berührt, von dem unsere Betrachtung ausging — auch in solchen Zügen, welche die Lehrschriften nicht kennen. Auch dort war ja eine teleologische Betrachtungsweise nfit dem Ideal des ״theoretischenLebens“ verbunden — wie bei Maimuni das Denken nicht nur als größter Vorzug, sondern auch als ,,Daseinszweck“ des Menschen erscheint, im Gegensatz zu den anderen Funktionen, die ihm nur zur Fristung des Lebens gegeben sind, das seinen Sinn1 ausschließlich im Denken hat. Aber natürlich beruht dies unbewußte Zusammentreffen zu erheblichem Teil auf der Umgestaltung, welche die Anschauung der Lehrschriften bei den mehrfach von uns berührten Kommentatoren erfahren hatte; und aus dieser erklären sich die Abweichungen nicht nur vom späteren Aristoteles, sondern vom Aristotelismus überhaupt. Die Teleologie ist hier durchaus transszendent gefaßt — im Sinne der späteren Peripatos und der Stoa. Immerhin geht Maimuni nicht so weit, wie der ״vom Kalam angekränkelte“ Saadia2 und —: wohl unter dem mittelbaren Einfluß einer Koranstelle — Gabirol3, die den Menschen in den Mittelpunkt des gesamten Universums rücken; ja, selbst von Ibn Daud unterscheidet er sich dadurch, daß sein echter Forschersinn die Schwierigkeiten genau empfindet, die einer anthropozentrischen Teleologie etwa aus dem Dasein der Giftpflanzen erwachsen. Dagegen wird die besondere Bestimmung des Menschen ähnlich wie bei Ibn Daud mit Hilfe des Rationalismus gefunden, der aber auch anders verstanden wird als bei Aristoteles. Gewiß ist sich Maimuni bewußt, an die Nikömachische Ethik (I 6) anzuknüpfen, die nach dem ״Werk“ des Menschen (Ipyov Ar. Joti Maim.) fragt und es nicht in den Verrichtungen sehen will, die dem Menschen mit dem niederen Organismen gemeinsam sind, sondern 1 jül£ S. 52 unten. 2 So nennt ihn Maimuni, Einl. zu Abdt Kap. VI. 3 Die Berufung auf die Dienste, die Engel den Menschen geleistet haben (im Anfang des ethischen Handbuchs), klingt wie Ersatz für die Koranstelle (Sure 11 ,ל), nach der Gott den Engeln befohlen hat, den Menschen zu dienen — die mit weit größerem Rechte für eine anthropozentrische Weltbetrachtung angeführt werden konnte. Beispiele für solche Ersetzung von Koränversen durch Zitate aus dem A. T. und dem Talmud bringt Yahuda, Al hidäja 55, 1.

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