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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 81

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 81)
Language
German
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IRI
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65 (weise) Mann Zeit finden zum Lernen und zum Erwerb der Weisheit? Daher sind jene (Unweisen) zur' Verrichtung jener Arbeiten geschaffen, damit die Weisheit überhaupt möglich werde; . . . und deshalb bezeichneten unsere Weisen sie als ״Landvolk“, weil sie nur zum Bebauen des Landes da sind. Wendet man aber ein, daß mancher Unvernünftige sich in Ruhe befindet und von anderen, vielleicht sogar von Weisen, bedienen läßt, so ist daran zu erinnern, daß die Häuser, die er bauen läßt, und die Fruchtgärten, die er anlegen läßt, eines Tages dem Weisen zustatten kommen können. In diesem Sinne sagte auch Ben Soma beim Anblick der Menge, die den Tempelberg hinaufströmte: Gelobt sei, der alle diese schuf, um mich zu bedienen1; er war eben einzig in seinem Geschlecht. Der zweite Grund für das Dasein der Unweisen ist, daß die Weisen gemäß der göttlichen Weisheit notwendig gering an Zahl sein müssen; und man kann bei den Notwendigkeiten, die die erste Weisheit bestimmt hat, nicht fragen, weshalb sie so beschaffen sind: wie etwa: weshalb es neun Sternsphären, sieben Planeten und vier Elemente gibt. Auch unsere Weisen haben dies mehrfach ausgesprochen; so sagte Rabbi Simon ben Jochai über sein Geschlecht: ״Ich sah nur wenige Menschen hohen Ranges; wenn es zwei sind, so bin ich es mit meinem Sohn“2. Danach ist also die Masse geschaffen, um mit dem Menschen von Rang zusammenzuleben. Und wenn du auch wohl meinen könntest, diese Begründung v sei leichter als die erste, so ist sie doch in Wahrheit wichtiger: siehst du doch, daß Gott die Ungläubigen im (heiligen) Lande hat bestehen lassen, damit sie mit den Vorzugsmenschen Zusammenleben, wie es heißt: ״Ich werde sie nicht in einem Jahre vor dir vertreiben, damit das Land nicht vereinsame“3. Und aus diesem Grunde haben auch unsere Weisen deutlich gelehrt4: ,,Was bedeutet der Bibelvers: ,und dies ist der ganze Mensch‘? Die ganze Welt ist nur seinetwegen geschaffen“, d. h. mit ihm zusammenzuleben. — Aus allem, was wir ausgeführt, ergibt sich klar, daß der einzige Endzweck dieser Welt des Werdens und Vergehens der vollkommene Mensch ist, der in der Weise, wie wir es dargestellt haben, Weisheit und (rechte) Tat verbindet. 1 Berach. 58a. 2 Sukka 45a. 3 Exod 2329; auch Raschi bemerkt: ״ihr seid gering an Zahl und könnt es nicht ansfüllen“. 4 Ber. 6 b zu Qoh 1213, wo ,זד auf den Frommen bezogen wird, der ״Gott fürchtet und seine Gebote befolgt“.

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