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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 79

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
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…/2720904-2721045--078-2726573
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zur Königswürde geboren sein, da all dies Akzidenzen sind, die ihm zustoßen, und er diese Wirkungen überdies mit den anderen Lebewesen gemein hat; dagegen fugt die Weisheit zu seinem Wesen etwas hinzu und hebt ihn von der Stufe der Verachtung zu der der Ehre empor; denn war er vorher nur ein Mensch der Möglichkeit nach, so wird er es jetzt der Verwirklichung nach; steht doch der Mensch, bevor er denkt, dem Tiere gleich, von dem er sich nur durch das Denken unterscheidet, als das denkende Lebewesen — indem unter Denken jenes Vorsteilen der Intelligibilien zu verstehen ist1 * * * *. Aber unter den Intelligibilien ist das würdigste die seelische Vorstellung der Einheit Gottes, da die. übrigen Weisheiten nur als Vorübungen zur Erlangung der göttliehen Weisheit dienen. Die Vorstellung der Intelligibilien erfordert indessen die Femhaltung eines Uebermaßes körperlicher Genüsse; denn die erste Erkenntnis, die wir uns vorstellen müssen, ist, daß die Unterdrückung der Seele durch das Wohlbehagen des Körpers herbeigeführt wird und umgekehrt; wenn nämlich der Mensch den Begierden nachgeht, den Sinnenschein liebt und seine Vernunft seinen Begierden dienstbar macht, . . . dann kann die Gotteskraft (die Vernunft) in ihm nicht in Erscheinung treten, und er ist nur ein Stück Materie, schwimmend im Meere der Hyle. — Wir sehen also, daß .der Zweck unserer Welt8 und alles dessen, was sie füllt, ein weiser, guter Mensch ist. Wenn also ein menschliches Individuum sich die Begriffe der Weisheit und der Tat deutlich macht — unter Weisheit verstehe ich die Vor- Stellung der Wahrheiten, wie sie sind, im Verstände und die Erlangung aller dem Menschen faßbaren, unter Tat ein richtiges, geregeltes Verhalten zum Körperlichen ohne aufzugehen in Genüssen, denen man sich nur hingi,bt, soweit es die Erhaltung des Körpers fordert, sowie die Harmonie des Charakters — so ist dieser der (gesuchte) Zweck. Und das ist nicht nur durch die Propheten bekannt, sondern auch die Weisen der anderen Rehgionen, die doch die Propheten nicht kennen, wissen gleichfalls, daß der Mensch nur vollkommen ist, wenn er Weisheit und (rechte) Tat verbindet; es genügt der Hinweis auf das Wort des bedeutendsten Philosophen: Gott hat es bei uns darauf abgesehen, daß 1 So fasse ich die Worte 53, 10: vJ&üdb * IjuJtfc d. h. der Welt unter dem Monde; s. S. 51 Mitte, j4JÜl o0J und 57 Mitte dUa&lj hebr. Uebef- Setzung העולם הזה ist ungenau; auf der letzten Zeile ist העולם הזוז willk&rlicher Zusatz des Uebersetzers.

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