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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 78

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 78)
Language
German
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IRI
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: '! fr. . ' . ■ . -■ ■■ ■•■ voraussetzt, daß man der Menge die letzten Wahrheiten nur andeutend verkünden darf. Die Alten1 *, so beginnt Maimuni, haben gefunden, daß jedes Ding einen Zweck haben muß, um dessentwillen es besteht. Bei den Werken menschlicher Kunst*, wie Säge und Axt, bedarf dieser Satz keines Beweises. Dagegen gibt es unter den Werken göttlicher Kunst und der Weisheit der Natur3 maftche, deren Zweck- Ursache leicht auffindbar ist; bei anderen erschließt sie sich erst tiefem Nachdenken; bei anderen bedürfte es prophetischer Gabe zu ihrer Auffindung, wie wir etwa kaum sagen können, weshalb manche Ameisen Flügel haben, manche nicht. Allein bei bedeutenden Geschöpfen mit״ offenkundiger Wirkung erkennen wir den Zweck um so deutlicher, je weiser wir sind; wenn Salomo ,,über die Bäume; von der Zeder bis zum Ysop, über Haustiere, Vögel, Gewürm -und Fische redete“4 und dies als Zeichen besonderer Weisheit bewundert wurde, so ist damit die Erkenntnis ihrer Zweckursachen gemeint. Im allgemeinen läßt sich sagen, daß alles unter der Mondsphäre nur um des Menschen willen da ist: so die Tiere zu seiner Ernährung und sonstiger Nutzung (Lasttragen, Reiten oder noch unermittelten Zwecken), ebenso die Pflanzen: in jedem Geschlecht enthüllt sich uns die Brauchbarkeit von Kräutern und Früchten, deren Nutzen unseren Voreitern unbekannt war. . ., . Nachdem wir aber gefunden, daß der Zweck aller dieser Dinge die Existenz des Menschen ist, müssen wir weiterhin forschen, wozu der Mensch da ist und welches sein Endzweck ist. Bei eingehender Forschung fand man beim Menschen sehr viele Wirkungen (im Gegensatz zur Palme, die nur die Dattel hervorbringen, zur Spinne, die nur spinnen kann), fand aber weiterhin, daß sein Endzweck nur einer ist und die anderen Wirkungen nur zur Ermöglichung seines Bestandes und zur Erfüllung der einen Wirkung da sind: daß er sich nämlich in seiner Seele die Intelligibilien vorstelle und die Wahrheiten erkenne, wie sie sind. Denn immöglich kann der Mensch zum Essen, Trinken, Begatten, zum Mauerbaüen oder 1 Maimuni weiß (More II 14; vgl. Munk 119, 4), daß der Satz ״die Natur schafft nicht vergebens“ sich häufig bei Aristoteles findet. An Sokrates und Xenophon (R 0 s i n, Ethik des Maimonides 96, 3) wird er kaum gedacht haben. * Ueber Zweckursachen bei menschlichen und natürlichen Schöpfungen vgl. באוד מאת ההגיון IX ( Ros in 97, 2). * Beides ist identisch: vgl. Hamburgers Anmerkung! 4 I Kön 5״.

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