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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 76

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 76)
Language
German
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in der Pflege des Körpers anfgehen, aber auch diejenigen, die sich mit der Pflege der Einzelwissenschaften begnügen, dem Sklaven gleich, der durch eine Wallfahrt nach Mekka die Freiheit erlangen kann, aber unter der Herstellung eines Strickes für den Fall, daß sein Schlauch zerreißen sollte, die Fahrt aus den Augen ver- *lierth Unser Ziel muß also die Gotteserkenntnis bleiben1 2, die sich freilich in diesem Leben auf die Erkenntnis des Seins, nicht des Wesens Gottes beschränken muß3. Wie Gabirols Bestimmungslehre neuplatonisch, aber nicht plotinisch ist, so ist diese peripatetisch, aber nicht eigentlich aristotelisch. Peripatetisch ist sie in der Auffassung des Verhältnisses von Wissen und Tun; also in der Stellung 2um Streit zwischen (ilm und ‘amal4, der die gesamte arabische Philosophie stark in Anspruch nahm: wohl wird nach.Aristoteles auch ein ,,praktischer Teil der Weisheit“ anerkannt5; aber das Handeln besitzt keine kathartische Bedeutung, durch die es Selbstwert gewinnen und — unter der Voraussetzung der neuplatonischen Erkenntnislehre — zur Vorbedingung der Erkenntnis werden könnte; nur diejenigen, für die sein Buch nicht geschrieben ist, versichert Ibn Daüd in der Vorrede6 * 8, sie könnten philosophische 1 Als Quelle dieses Gleichnisses erkannte schon D. Kaufmann, Attributenlehre 348, 21 Gazzalis Mizän el ‘amal. 2 Das wird im folgenden durch zahlreiche Bibelverse erwiesen, auch Jer 9מ erscheint hier in ähnlichem Zusammenhang wie bei Ibn Zaddik. 8 S. 46 unten. 4 Vgl. Bardenhewer, Hermes S.^28 und namentlich Goldzihe r , Abh. Gott. Ges. N. F. IX 54* ff., der insbesondere Farabis Ent- Scheidung für die Wissenschaft gegen die Praxis hervorhebt; über Ibn Sinas'Schätzung der Theorie vgl. auch Carra de Vaux, Avicenne 286. Der grundsätzliche Unterschied zwischen der aristotelischen und der neu platonischen Entscheidung. wird freilich von Goldziher nicht erklärt. 6 Dieselbe Unterscheidung findet sich bei Ibn Däud auch S. 32 Aristoteles kennt bekanntlich außer dem theoretischen und dem praktischen auch einen poietischen (das Schaffen des Handwerkers und Künstlers regelnden) Teil; und diese Einteilung schwebt Maimuni am Schluß des ersten der Acht Kapitel (M. Wolff S. 7, 1) vor, der die Begriffe freilich etwas anders faßt; aber schon bei den griechischen Aristoteleskommentatoren findet sich die Zweiteilung; vgl. über sie und namentlich über ihre Nachwirkung auf Syrer und Araber Baumstark, Aristoteles bei den Syrern 156 ff. . 8 S. 4. — Guttmann, Rel.-Phil. des Abraham Ibn Daud S. 27, der hier die wahre Meinung des Schriftstellers ausgesprochen findet, rechnet nicht mit den (auch von Maimuni beachteten) Gepflogenheiten der arabischen Aristoteliker.

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