Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1925 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
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Diese ' Eschatologisierung des . wissenschaftlichen Ideals führt Ihn Zaddik zu einer höchst merkwürdigen Fassung des Begriffes der Erkenntnis. Wenn1 * Gott bezüglich seiner Eigenschaften sagt: ,,ich, der Ewige, stifte Liebe, Recht und Gerechtigkeit auf Erden“ und hinzufügt: ״denn daran habe ich Gefallen, spricht der Ewige“, so bedeutet das: ״dies ist's, was ich von euch yerlange, weiter nichts: denn durch Gerechtigkeit bestehen die Geschöpfe allesamt“. Solche Worte rücken an die Ethisierung des Gottesbegriffes nahe heran, wie sie der Neukantianismus — in H. Cohen an ähnliche Prophetenstellen anknüpfend — vollzieht; ja, Erkenntnis des guten Gottes und ״Festhalten am Guten“ erscheinen derart verwandt, daß man hier ganz wohl von einer Art ethischer Gnosis (im Gegensatz zu der metaphysisehen des Christentums) sprechen könnte. Wenn also die aristotelischen Züge der ältesten Neuplatoniker bei Ibn Zaddik zurücktreten, so rückt sie Ihn D a ft d * in den Vordergrund. Wenn ein Ding in stufenmäßigem Fortschritt eine gewisse Vollkommenheit erreicht, so dürfen wir sagen, daß in ihr die beabsichtigte Zweckursache liegt. So ist die Urmaterie nicht um ihrer selbst willen da, sondern damit sie den Elementen als Grundlage diene; aber auch die Elemente sind nur der zusammengesetzten Körper wegen da; unter ihnen stehen Mineralien und Gase am niedrigsten, höher Pflanzen, dann Tiere, dann der Mensch: also ist er das beabsichtigte Ziel der ״Welt der Natur“. Wenden wir aber die gleiche Folgerungsart auf die Kräfte des Menschen an, so ergibt sich, daß die vegetativen und animalischen Kräfte in ihm nur der höchsten, der Vemunftkraft3, wegen da sind. Diese selbst ist doppelter Art: nach oben gewendet empfängt sie Belehrung von den Engeln, nach unten gewendet beherrscht sie die übrigen Kräfte4, indem sie jedes Uebermaß und jede Unordnung verhütet. — Nun aber wendet der Schriftsteller, ohne es freilich deutlich zu sagen, seine Methode zum dritten Male auf die Schöpfungen der Vernunft, die Wissenschaften, an: auch sie sind stufenweise geordnet; ihr Zweck ist (wie wir ergänzen müssen: die höchste unter ihnen), die Wissenschaft von Gott. Von hier aus wird deutlich, wie töricht die Menschen sind, die 1 S. 67, 12 ff. nach Jer 9״. * Emuna •rama 44 f. * An die Uebersetzung von Xopxrfi; durch v_äLÜ מדבר hat man sich so gewöhnt, daß hier wörtlich genommen von zwei Arten der Bede gesprochen;wird. 4 6 ,45 הנשם ist zu tilgen oder והנםש zuzufügen.