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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 72

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 72)
Language
German
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weiß, daß in jener Welt Gott die Weisen und die Toren scheiden wird1. Es ist nicht zu verwundern, daß in der Lyrik Gabirols die theoretischen Züge des Lebensideals stärker hervortreten als die sittlich-kathartischen: nur jene bedurften der ausdrücklichen Verteidigung. Aber freilich scheint es,daßder Anfang des״Lebensquells“ nach zwei Quellen gearbeitet ist2 *, von denen die eine dem peripatetischen, die andere dem rein neuplatonischen Ideal näher stand; namentlich die besprochene Stelle 5, 5 ff., die einen Beweis anbietet, aber nicht durchführt, zeigt, daß Gabirol der Ausgleich nicht völlig gelungen ist. Damit mag es Zusammenhängen, daß die Begründung der Bestimmungslehre bald peripatetisch aus dem Gedanken an den Vorzug des Denkens, bald aus eschatologischen Erwägungen gewonnen wird. Aber tief geht der Riß nicht, da der Denker bereits die Lehre der arabischen Aristoteliker kennt, daß bestimmte Wissenselemente den Fortbestand im Jenseits verbürgen®, und an eine sehr innige Wechselbeziehung zwischen Kathartik und Denken glaubt, die natürlich auch auf das Ideal seiner Dichtung von Einfluß gewesen ist. Der Synkretismus der Nachfolger Plotins lebt in ihm auf. Ganz deutlich tritt aber der Gegensatz zu Bachja hervor, und er wird durch die Folien der Gegner — hüben der Feinde der Wissenschaft, drüben herzenskalter Gesetzeslehrer — erheblich verstärkt. Wie Gabirols ethisches Handbuch eine Reihe griechischer Namen, Bachja dagegen mit Bewußtsein nur Moslemin anführt, — wie jener Gesundung von Seelenkrankheiten bringen will4, während dieser der islamischen Asketik weitgehende Zugeständnisse macht5, so lebt in jenem trotz der Eschatologie ein wissenschaftlicher Eros auf, der seines griechischen Urquells lim so würdiger scheint, je schwerer die Opfer waren, durch die seine Befriedigung erkauft wurde®. . 1 6, ff.; vielleicht 8״g f. und auch 5M בבחון אנוש נוי־פ, ולא נודע דבד יונה ועורב כי כ&ת שלחו, wo die nächstliegende Beziehung auf die Prüfung der Freundestreue nicht in den Zusammenhang paßt, also שלחו auf die Entsendung ins Jenseits bezogen werden könnte. 2 Gleiches gilt, wie an anderer Stelle zu zeigen sein wird, von Gabirols Logoslehre. * * Von diesen Kenntnissen redet er andeutend Fons vitae 6, 8. 4 Rosin, JQR. III 169. Das ist echt griechisch. * Zur Quellenkritik vgl. Yahuda, Vorrede 88. * Nach Abraham ibn Esra gewinnt die Einzelseele in ahnlicher Weise durch Reinerhaltung und Denken die Vereinigung mit der Weltseele, die freilich erst im Jenseits erfolgt. Aber eine Bestimmungs-

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