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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 71

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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— der der Freundschaft bedarf wie kaum ein anderer — lassen, da sie sein Bestes nicht verstehen1; auch die Freude an der Dichtung wird ihm vergällt, da die Toren ״seine Fülle mager nennen“*; man versteht, weshalb er seinen ״Lebensquell" so geschrieben hat, daß er nicht bloß jüdische Leser finden konnte. Er weiß es: ״je mehr Denken, desto mehr Leid“* Aber trotz Opfer, Schmerz, Vereinsamung hält er fest am echt menschlichen Streben4: ״Ließ Weisheit ich, da Gottesgeist den Bund schloß zwischen mir und ihr?“®; und noch weit kennzeichnender: ״Nicht kann, wer sich vom Frevel löst, lockern den Gürtel der Vernunft; . . . nicht frevelt er am eigenen Herz, emiedemd sich zu Gras und Dom“*. Frevel (Gabirol braucht den Kunstausdruck für religiösen Abfall) am eigenen Herzen (nach sufischem Sprachgebrauch jenem Wesenskem des Menschen, den Demokrit und Poseidonios Daimon nennen) ist ihm also der Abfall von der Wissenschaft. Und wer ihr ״Lichtgewand“, ihren ״Purpurmantel“ eintauscht gegen das Kleid der Welt7, der steht schon hienieden über den blöden Toren so hoch wie der Mensch über dem Tier8, und er 1 8,6 ff., 6j0 ff. Nach 2M hassen sie die Erkenntnis wie Zauberei. Wie heftig verteidigt er sich dagegen noch 4sl gegen den Vorwurf der Vernachlässigung der Freunde. *9« ff. * Vgl. den prachtvollen, wegen seines Wortspiels unübersetzbaren Anfang des 8. Gedichts. 4 Die Worte 6a אס תצאי לראות אנוש אז באנוש תחשבי umschreiben dichterisch den philosophischen Gedanken, da? die Erkenntnis des Wesens des Menschen uns dazu führt, Menschen wert zu gewinnen (s. o. S. 00). 5 1247f. 6 837 f.: ואיך יתיר הצור שבל ובעד. אנוש מהמרי פתח אזוריו — Ebd. 107 f. *- ואיך ימרד. אנוש דעת לבבו וישח לחציר יער וסיריו. Ueber מרי als Kunstausdruck vgl. Tibbons Kusari I 77 f.; לב ^JLä. 7 10u f.; auch dies Gedicht ist sehr bezeichnend. * Vgl. 17כיתרון איש עלי כל חיואשה מ (zur Erläuterung vgl. Bialik- Rawnitzki z. St.). Daß dies Üebermenschentum des Helden des Ge״ dichts wenigstens teilweise mit dessen Liebe zur תכונה (so dürfte a zu lesen sein) Wissenschaft (nicht nur Thorakunde, wie Wilensky MGWJ. 1926 meint: vgl. w) zusammenhängt, zeigen Parallelstellen wie 11, ff., wo der Dichter sich selbst im Verhältnis zu den niederen Menschen der Seele, der Sphäre, ja, der Gottheit nahezustellen wagt; auch 42! gründet sich sein Stolz auf seine Beschäftigung mit der Wissenschaft (^ f.). So ist auch die nur im Ausdruck an das jiexempoxoXenr erinnernde Wendung aufzufassen, daß er selbst auf Erden weile, sein Geist über den Wolken 41•• f. 110« f.

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