Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1925 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 70)
- Language
- German
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).,-4 t’* 1׳"'" ■VVvW ' '■ gemäß die Möglichkeit der Extase1 nur von fern angedeutet wird2 *; und sicherlich hat Gabirol selbst, dem durch das wissenschaftliche Studium das Gefühl des Abstands zwischen Mensch und Gott nur verstärkt und vertieft wurde®, den Gedanken der Einigung mit der letzten Einheit4 nicht als unio, sondern nur als communio5 fassen können. Daß diese Lehre vom Lebensziel für Gabirol nicht blos Wort und Formel war, sondern tatsächlich seinem Leben die Richtung wies, zeigt seine profaneLyrik. Gerade weil sie unter ganz anderen konventionellen Bindungen steht wie die philosophischen Schriften und für Gabirol die Konvention besonders viel bedeutet, ist es für uns äußerst lehrreich zu erkennen, wie dasselbe Ideal einer zur Erkenntnis und zur Sittenreinheit führenden Wissen״ Schaft in der geistvollen Hyperbelsprache einer an arabischen Mustern gebildeten Lyrik wie in den nüchternen Formeln scho- Iastischer Deduktion zum Ausdruck gelangt. Und erst die Lyrik zeigt, mit welchen Opfern der Dichter die Hingabe an diese Wissenschaft erkaufen muß. Schon dem Sechzehnjährigen hat die Liebe zur Erkenntnis die Wange gebleicht und gefeuchtet, die dem Jüngling glühen sollte wie die besonnte Rose6; im Laufe der Jahre verzehrt sich seine Körperkraft, da er ״die lichte wie die dunkle Zeit zur Arbeit verknüpft“7; die Zeit lähmt seine Adlerschwinge, ohne ihn doch hindern zu können, ins Meer der Weisheit zu tauchen und ihre Perlen emporzufördem8; selbst die Freunde muß er der Seele zur Voraussetzung hat; vgl. I § 4, wo vor Antritt der ersten Untersuchung eine gewisse Befähigung zur Versenkung in sich selbst vorausgesetzt wird, und die höheren Anforderungen V 3ל f. ׳ 1 III 37 (Guttmann 165, 2) und V 55 (Horovitz 146). 2 Gabirol muß das empfunden haben, wenn er in dem Titel dieses philosophischen Werkes auf Spr. Sal 14^ (Gottesfurcht ist der Quell des Lebens) anspielt. , 8 Das zeigt der Kether Malkuth mit seinen astronomischen Betracbtungen offensichtlich. 4 Ueber die verschiedenen Grade der Einigung vgl. Bäumker, Index S. 546a unter 3. 5 Näheres über diese Unterscheidung der neueren Religionswissenschaft bei Dei ßm ann, Paulus 2 (1925) 120. 1ד ff., namentlich u ושם הבין והמוסר מנסו• Natürlich ist jene Bleiche der Wangen nicht durch מוסר hervorgerufen, da das sittliche Ideal auch in der Lyrik nur ganz schwach (z. B. 6, f.) asketisch gefärbt ist. 7 3^ ff., namentlich 8,0 ff. 8 8a ff., wo mir der Sinn des umstrittenen ודי durch ורק gegeben scheint. Ueberhaupt zeigt dies ganze Gedicht, wie tief iknMie ״Schlange Zeit“ (16) verwundet hat.