Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 69

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 69)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2720904-2721045--068-2726563
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m - Gleiches erkannt werden kann1 und Erkenntnis auf Vereinigung des Subjekts mit dem Objekta, also Erkenntnis der reinen Sub־־ stanzen auf der Selbsterkenntnis3 einer ihnen ähnlichen Seele beruhen muß, — einerseits die Gleichsetzung des Wissensdranges mit dem rehgiösen Sehnen nach einer die Unsterblichkeit verbürgenden Gottesnähe, andererseits die sittliche Forderung der ,,Tat“, aber nipht im aristotelischen Sinne des Wirkens auf die Außenwelt, sondern ka thartisch verstanden, wie bei Porphyrios, als Frucht und als Voraussetzung der Erkenntnis4; denn es steht hier, wie bei Proklos5, nach welchem ״die Tugenden einander folgen, die dianoetischen den ethischen und die ethischen den dianoetischen“: wie nach unserer Stelle aus der Erkenntnis die Tat folgt und wie sogar die Verbindung des Menschen mit der Sinnenwelt, richtig ausgenutzt, der Seele zur Klärung und Läuterung verhilft6, so kann andererseits die Betrachtung der intelligibeln Substanzen nur gelingen, wenn wir ״uns reinigen von der Besudelung durch die Sinneseindrücke7 und uns befreien von der Haft der Natur“8; Abstraktion und Katharsis sind ja nur verschiedene Symptome der Anagoge der- Seele zu ihrem göttlichen Urquell. Wie die Fragestellung unplotinisch ist, so ist es die Lösung, sofern der Gedanke an einen Aufstieg über das Intelügible in das Göttliche hinein9 und dem- 1 Ueber diese Lehre bei Gabirol vgl. D. Kaufmann, Studien über G. 54 und Horovitz, Psychologie 134 (mit Quellennachweisen). 2 Ueber Erkenntnis als Einigung der Formen des Erkennenden und Erkannten vgl. V 13 (= 285, ל) und etwa 133, 4. 3 Ueber Selbsterkenntnis bei Plotin vgl. die Arbeiten über ihn von Max Wundt S. 62 und F. Heinemann S. 146, 220, 252, 301. 4 Porphyrios Seht. 7 f. fordert die ckdOeta als Lösung der Seele ^om Körper. > 5 Proklos in Tim. 343 E (Zeller III 2, 880, 2). e v 66 20 ,332 זכות הנפש וצירופה. 7 Daß Gabirols Interesse an empirischen Einzelheiten, insbesondere der Astronomie, wie es der Kether Malkuth erweist, über dasjenige Plotins hinausgeht, muß hier außer Betracht bleiben, da es mit den methodischen Grundsätzen, zu denen er sich hier bekennt, kaum ganz vereinbar ist. Natürlich waren ihm hierin arabische Neuplatoniker, wie etwa die Lauteren Brüder, vorausgegangen•, vgl. über den Einfluß solcher Vermittler M. Wittmann, Bäamkers Beitr. V 1 ff. 8 III 37 204, 13; Gabirol schrieb Vjfhj&boj KÄjuiaJI!2* Harkavy, MGWJ. 1899, 134. 9 Vgl. den erwähnten Schluß des Werkes und Guttmann a. a. O. 263 f.; über Plotin vgl. Fritz Heinemann a. a. O. 296. Es scheint, daß jede Stufe der Erkenntnis einen Fortschritt in der Vervollkommnung /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.