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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 68

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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IRI
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52 der Tat zwar nach dem Grande unseres Abstiegs, aber nicht adlgemein nach der Bestimmung des Menschen fragt1. In Wahrheit hat Gabirol riach unserem Abstieg zwar an der S. 49 erwähnten r־^| anscheinend seither noch nicht berücksichtigten — Stelle der ״Königskrone“ gefragt, und dort in der Richtung des dem Sach ja vorschwebenden Gedankens andeutend geantwortet, daß der Aufenthalt im Diesseits der Seele dazu diene, ״Vorräte“ für das Jenseits zu sammeln; im Lebensquell ist dagegen die Frage nicht beantwortet, weil sie nicht gestellt ist. Sein Standpunkt ist nicht derjenige P1 o t i n s , sondern weit eher der des Porphyrios, an dessen ״Erläuterung zu den Kategorien des Aristoteles“ die Form des Werkes ebenso unverkennbar erinnert, wie Bachjas Dialog an die Hermetik; und der Schritt nach Aristoteles zu, den Porphyrios vollzogen, macht sich nicht nur in der Fragestellung, sondern auch in der Antwort sehr deutlieh geltend2. Der Zweck unseres Lebens liegt nach den Bew׳ e i s g ä 11g e n , die Gabirol wiedergibt, ausschließlich in der Theorie, weil der Nus das beste in uns ist3 und weü nach den Aristoteleskommentaren aus der Definition des Menschen als (potentiell) denkenden Lebewesens (die natürlich auch Gabirol 5, 7 voraussetzt) folgt, daß seine Vollendung in der Aktualisierung des Intellekts liegt4; sofern der Mensch hierdurch zugleich die Seligkeit5 erlangt, lebt das aristotelische Ideal der theoretischen Eudaimonie wieder auf. Dagegen führte die neuplatonische Seinslehre (im Gegensatz zu Aristoteles) zur Beschränkung der Schau auf das Geistige, ja, zur ausdrücklichen Abkehr von der Sinnen weit; ferner folgt aus den Voraussetzungen der neuplatonischen Erkenntnislehre, nach welcher Gleiches nur durch 1 S. 0. S. 22 f. 2 Natürlich beruhen die peripatetischen Züge z. T. auch auf u n ־ mittelbarer Nachwirkung der aristotelischen Lehrschriften. 8 S. 0. S. 9f.; doch soll auch nach Plotin 17,1 jedes Wesen nach demjenigen streben, was in ihm das beste ist. 4 S. 0. S. 33; auch Plotin billigt den aristotelischen Schluß vom Wesen auf die Zweckursache: Enn. VI 7,2, wo unter dem Warum nach § 3 auch die Zweckursache zu verstehen ist. 8 Diese הצלחה (in 31 המנוחה הגדולה והתענוג הגדול) beschreibt Gabirol gern in Kether Malkuth; z. B. Z. 3t: ״Wer in dein Geheimnis dringt, findet dort ewige Wonne“. Z. 43: ״Du bist der Höchste, und das Auge des Verstandes sehnt sich nach dir“. Die Stellen beziehen sich durchaus auf diesseitige Seligkeit: die Schilderung der jenseitigen Beseligung durch, das Wortspiel ואלה בד נח (Kinder der. Ruhe) Z. 223 (vgl. Gedichte I 515 f.) ist leider nicht voll wiederzugeben.

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