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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 66

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 66)
Language
German
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luäg, die in diosßte Gliche befolgt werden sollen, stellt der Schüler olihe Bezug auf die vorausgegangeiien Worte des Lehrers die Frage, was der Mensch in diesem Leben erstreben soll1 *. Die Antwort läutet: da der erkennende Teil der beste des Menschen ist, so ist das Erstrebenswerteste die Erkenntnis. Besonders erstrebenswerte Erkenntnisse sind aber: erstens die Selbsterkenntnis; denn da sein Wesen alles außer ihm umfaßt und durchdringt und alles seiner Kraft untersteht, so gelangt er durch Selbsterkenntnis zur Allerkenntnis; — zweitens die Erkenntnis der Zweckursache, derentwegen •er geschaffen wurde; ihr muß er eifrig zustreben, weil er* dadurch die Glückseligkeit erlangt. Eine solche Zweckursache muß es geben, weil der göttliche W'ille alles bewegt; sie ist ״die Verbindung seiner Seele mit der höheren Welt, damit alles zu Seinesgleichen ztirückkehre“. Zu ihr gelangen wir durch Erkennen und Tun; denn durch Erkennen und Tun verbindet sich die Seele mit der höheren Welt. Das Erkennen nämlich führt zum Tun, und das Tun enthebt die Seele dem ihr Fremden3 und Schädlichen und führt sie zu ihrer Natur und ihrem Wesen zurück.׳ Ueberhaupt aber erlösen4 Erkennen und Tun die Seele und reinigen sie von deren Dust und Dunkel — und so kehrt denn die Seele wieder zu ihrer höheren Welt zurück. — Auf Verlangen des Schülers nach Beweisen dafür, daß die Zweckursache unseres Daseins im Erkennen und Tun liege, werden zwei Gedankenreihen aufgeführt, die in Wahrheit nur die Erkenntnis ais unseren Zweck erweisen. Die erste gibt an, von der Definition des Menschen auszugehen5, und schließt von dem allgemeinen Satze, daß. die aktuelle Vollkoipmenheit stets die Zweckursaehe der potentiellen sei, auf das Denken als die Vollkoinmenheit und daher den Endzweck der Seele. Nach einer zweiten, nur angedeuteten und wohl aus anderer Quelle eingeschobenen Beweisführung folgt aus der Lehre von der Wandlüng der Elemente in die Sinnesorgane, die Werkzeuge der er- 1 Quod debet homo inquirere 3, 30 מה צריך לו שיבקש I 1. * Darin liegt freilich eine Durchbrechung des Gedankens, daß die Erkenntnis das Erstrebenswerteste sei; doch spricht das folgende gegen den Gedanken, et 4, 8 zu streichen. * A suis contrariis מהפביה heißt nicht mm den Gegensätze* (Guttmänn, Philosophie des Salomon ihn Gabirol 67); zur Er- Iäuterühg vgl. die Fortsetzung unserer Abhandlung. 4 יבדו; der Begriff ist im Lateinischen, das sich mit liberant hilft, nicht erschöpfend wiederzugeben. 4 5,5 ff. Die Definition des Menschen als des vernünftigen Wesens kennt bereits Israeli (vgl. Guttmänn, Philos. des L, 22, 2).

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