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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 65

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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IRI
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vi /<:»״ «**׳ijfy/, «4 ־./■'V '”־" Auch für 6 a b i r 0 l1 ist die Bestimmungsfrage von großer Bedeutung. Selbst in seiner religiösen Lyrik kommt sie zur Geltung: ״laß mich nicht emporsteigen in der Mitte meiner Tage, bis ich Wegzehrung2 gesammelt für den Weg und den Tag der Reise; denn wenn ich die Welt verließe wie ich sie betreten, und nackt zu meiner Heimat zurückkehrte, wie ich ausgezogen bin — wozu, wäre ich dann geschaffen und berufen worden, Mühsal zu schauen? Dann wäre es besser für mich, ich wäre dort gebheben, als daß ich ausgezogen wäre, um Schuld zu mehren und zu häufen“3 4. Der Gegensatz zu dem — Gabirol natürlich vorschwebenden — Bibelverse (Hiob 1^}, in dem es als das unentrinnbare Schicksal des Menschen gilt, ״nackt zurückzukehren, wie er ausgegangen war“, veranschaulicht deutlieh die Entwiddung der Lebensanschauung: das Leben hat hier nicht seinen Sinn in sich selbst, sondern in der Frucht, die es *für das Jenseits bringt*; es soll uns, wie bei Bachja, zu einer Vollkommenheit verhelfen, die wir sonst nicht würden erreichen können. Aber wieso es uns dazu verhelfen kann, läßt die ״Königskrone“ offen. Auch die Andeutung im Handbuch der Ethik führt nicht viel weiter, nach welcher die Welt um des Menschen wegen geschaffen, der Mensch aber verpflichtet ist, sich zu möglichst hoher Stufe zu erheben und die Sinne nur zu seinem Lebensbedarf zu gebrauchen, weil Gott sie ihm dazu verliehen hat5. Vollkommen deutlich redet dagegen der Denker in seinem metaphysischen Hauptwerk. Er beginnt seinen ״Lebensquell“ mit der Aufforderung des Lehrers an den Schüler, nachdem er durch die ״Güte seiner Anlage“ und seinen Wissens־ eifer gute Fortschritte gemacht habe, sich der ״letzten Frage“ zuzuwenden: der Frage, wozu der Mensch geschaffen wurde6. Nach einem kurzen Wortwechsel über die Methoden der Behänd- 1 Ich führe den hebräischen Auszug aus dem ״Lebensquell“ nach Paragraphen zahlen an, die lateinische Uebersetzung und die Ethik (Ausg. Lüneville) nach Seitenzahlen, die Gedichte nach der Zeilenangabe der neuen Ausgabe (Bialik-Rawnitzki). Den מבחר פנינים habe ich wegen der Zweifel an seine Echtheit nicht verwertet. 2 Als ״Wegzehrung für das Jenseits“ gilt das Wissen auch Gazzali (Jos. Hell, Religion des Islam I 78). 3 כתר מלכות Zeile 332. 4 Dazu stimmt, daß nach מתר מלכות Zeile 14 Gott zwei Welten geschaffen hat: ״die eine zum Wirken, die andere zur Vergeltung“. 5 תקון מדות הנפש S. 4a. Daß man jedes Organ, insbesondere die Sinne, nur zu dem Zwecke gebrauchen soll, zu welchem es von Gott g e sch a f f e n wurde, lehrte auch Gazzali: Jos. H e 11 a. a. O. I 103 ff. 4 Quare factus est homo.

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