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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 62

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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46 nötigen die Schlußworte geradezu zu der Annahme, daß die Seele nicht nur seliger wird als auf Erden, sondern zum Rang übermenschlicher Wesen emporsteigt. Gottwerdung durch Erkenntnis ist aber das Ziel1, das die Hermetik verheißt; und dem Aufstieg gehen schmerzhafte Läuterungen im Diesseits und im Jenseits vorher; die Leiden werden zugleich als Strafe wie als Mittel des Aufstiegs empfunden2. So führt die Betrachtung der Form, des Tones und des Inhalts des Bachjaschen Dialogs zu demselben Ergebnis: eine hermetische Schrift ist entweder unmittelbar herangezogen oder in einer Bearbeitung, die ihre Eigenart noch stärker erkennen läßt, als der arabische Hermetiker, der uns erhalten ist. Während dieser den Menschen nur zum ״Wissen und Wirken” geschaffen sein läßt3 (das arabische Wortspiel wird uns noch beschäftigen), stellt Bachjas Quelle die Frage ganz im Sinne des Dialoges Asclepius: wozu sind wir auf die Erde herabgestiegen? Und die Lösung erfolgt im Sinn der Hermetik, aber wohl auch unter dem Einfluß jenes Mysteriums von der Erlösung der Psyche, von dem die Rede war: yiür weilen auf Erden — nicht um zu bleiben, was wir sind, sondern um uns zu übermenschlicher Höhe zu erheben. Def Anblick der Welt verhilft uns zur Erkenntnis, Prüfungen zur Bewährung, Leiden zur Läuterung. Den Hauptgedanken, die Idee einer Erhöhung zu einem Dämon, konnte Bachja natürlich nicht brauchen und nur schwach durchschimmem lassen. Aber seine — für jede Art echter Frömmigkeit weit offene — Seele empfand den religiösen Zug dieses Weltbildes und vor allem seine sittlichen Forderungen als verwandt und als geeignet, jene Verinnerlichung und Vertiefung des religiösen Lebens zu fördern, in welcher er die Aufgabe seines Büchleins erblickt. Und er hat geglaubt, es vor seinem Judentum verantworten zu können, wenn er nicht nur die dialogische Form der Vorlage beibehielt, sondern auch den Stimmungsreiz wahrte, den der aus den Geheimnissen des Jenseits auf das Diesseits fallende Lichtstrahl erzeugt. Wahrscheinlich ist das meiste von dem, was wir III 5—10 lesen, der Quelle entnommen; lehrte doch auch die Her- 1 Poim. I 26b toüto ioxi tq djaOov xeXoc; toiq fvaiaiv iayrptow &£u)0^va1. Hier ist allerdings das letzte Wort Glosse, aber natürlich aus heidnischer Zeit; vgl. auch X 6 f. über den Aufstieg zu den Sterngöttern und allgemein über Wandlungen der Seele J. Kroll 311. a Vgl. J. Kroll ebd. 311, 314. * II 11 jJUJI. Vgl. S. 60 unserer Abhandlung.

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