Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2720904-2721045--060-2726555
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

nach dem Berichte seines Peripatetikers1 die Seelen der Vollkommenen im Jenseits zur Gemeinschaft mit ״Hermes, Asklepios, Sokrates, Platon und Aristoteles" gelangen, seine Eschatologie also (man beachte die Reihenfolge der Namen l) sicher an hermetische Vorstellungen anknüpft. Zu bestimmteren Ergebnissen führt aber die Prüfung der drei Anforderungen für die Unsterblichkeit, die Bachja aufstellt. Die erste ist ״die Entfemung des Schleiers der Torheit und deine Erleuchtung durch seine Erkenntnis". Das erste Bild steht wörtlich so in den hermetischen Dialogen2, neben der — von dem Araber erhaltenen3 — Forderung an die Seele, das Kleid des Körpers auszuziehen, und könnte vielleicht als eine alte Verblassung des letzteren Bildes zu erklären sein. Und auch der <pa)z1a[j.6q durch die ךvännz Gottes4 ist hermetische Forderung. Weiterhin erklärt Bachja Prüfungen für nötig, um festzustellen, ob die Seele im Gehorsam verharrt. Zwar ist mir von solcher Bedeutung der Prüfungen in der Hermetik nichts bekannt; wir wissen aber, daß diese — im Gegensatz zum Neuplatonismus, zu dem eine Reihe der oben erwähnten Vorstellungen passen würde — die Forderung des Gehorsams gegen Gott in ihre Bestimmungslehre aufnahm. Endlich ״züchtigt dich Gott, um dich zum Range der Hohen, Beharrliehen zu erheben, von denen es heißt: Dienet dem Ewigen, seine Engel!" Ist es schon auffallend, daß ein frommer Jude das Leid als conditio sine qua non für die volle Seligkeit bezeichnet5, so 1 Ebd. 14. 2 VII 2b wird gefordert Tcepippnjgaa&ai ov <popstc ypxmva, to xi}<; dpKM3ia<; ö<paop.a. Zu der Bezeichnung des Körpers als Kleides der Seele vgl. J. Kroll a. a. O. 341, 347, 412 (der Poim. X 16ff. übersehen zu haben scheint). 8 II 8; vgl. J. K r o ll 399. Es scheint also wieder, daß der Araber einen altgriechischen Ausdruck erhalten hat, der schon in der hellenistischen Hermetik zu verblassen beginnt. 4 Zum «puma^d«; vgl. J. Kroll 376 und Bousset, Kyrios Christos 425; den Einfluß der Hermetik auf die Lichtmetaphysik des christlichen Mittelalters bespricht B ä u m k e r, Witelo 365 ff. und Festgabe für Hertling 20! sowie Bauer ebd. 41 ff. Zur 1ב&*ון<; in der Hermetik vgl. K r o 11 s Register sowie Reitzenstein a. a. O. 57 über cqvcuata bei dem Araber. Zur Uebersetzung von Bachjas Ausdruck jüyt* durch 01&#ון<; vgl. N i c b o Is 0 n, The Idea of Personality in Sufism (1923) 10. 5 Man denke an die Bitte des Schlußstücks im Hauptgebet für den Versöhnungstag: ״Was ich gesündigt, tilge in deinem großen Erbarmen, aber nicht durch Züchtigungen und böse Krankheiten“. Zum Alter vgl. Elbogen, Der jüd. Gottesdienst 151.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.