Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1925 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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auch er ist sich bewußt, daß sich die Weisen nur an die seh- und hörfähigen Seelen Wenden dürfen1, und, wie wir wissen, zur Ab- Wendung von unbotmäßigen Seelen bereit2. Auch im Lehrinhalt steht Bachja der alten Hermetik näher. Zwar haben beide Schriftsteller den Dogmengehalt der ursprünglichen Hermetik völlig verwischt und Anschluß an philosophische, namentlich neuplatonische Lehren gefunden — ohne doch das Heil der Seele, wie wir es sofort bei Gabirol sehen werden, von methodischer Forschung abhängig zu machen. Nicht durch kunstgerechte logische Operationen3, sondern durch Ablegung der Lässigkeit4 * *, durch Bekämpfung der Liebe zum Diesseits®, durch Trennung des ihr Wesentlichen von dem Wesensfremden® und durch das Bestreben, sich schon jetzt Freunde für das Jenseits zu verschaffen7, gelangt auch nach dem Araber die Seele zur Gottesnähe8. Freilich ist keine dieser Vorstellungen unbedingt für die Hermetik kennzeichnend; ebensowenig ist es die Heraushebung einer Klasse von ״lauteren Menschen“ (ßjsua), die einen Ehrenplatz im Jenseits erhoffen dürfen, wie die Selbstbezeichnung der ״Lauteren Brüder“ beweist, deren Beeinflussung durch die Hermetik völlig unerwiesen ist9; aber er findet sich nicht nur bei dem arabischen Hermetiker10, sondern auch Jehuda Hallern scheint ihn aus hermetischer ,Quelle zu kennen11, da sogar 1 IX ל (vgl. den Unterschied der Hermetik zwischen oeounSeu; und iihxoi). * VII Anf.; s. o. 3 Es erzeugt einen unrichtigen Eindruck, wenn Bar d e n h e w e r in der Vorrede als Attribut des Hermes durch philosophus (statt durch sapiens) und gelegentlich im folgenden durch philosophia wiedergibt. 4 I 4 (von B. ungenau übersetzt); vgl. Bachja föf, 9. * II 9; III 9; IX 2. 4 XII 5; vgl. über unser Wesen und die uns als Schale umgebende Welt Bachja tu 3 ff.? VIII lf.; vgl. Bachjas Königsgleichnis. ® XI 12; vgl. XII 2. 9 Gegen R e i t z e n s t e i n a. a. O. 56. 10 Die Seele ist lauter (Xj3L0) VI 2 und stammt aus einer lauteren Welt IV 7; XI 5. 11 Natürlich ist nicht von seinem eigenen Begriff von auszugehen, sondern von dem in seinen Vorlagen vorauszusetzenden. Daß Schahrastani (II 203 der Uebers.) dem Proklos die Scheidung einer Welt der Lauterkeit und des Dustes zuschreibt, beweist noch nicht (mit Gold״ z i h e r RE J. 1905, 35) den rein neuplatonischen Ursprung der Vorstellung. Ueber den Vorrang der Zy&o im Jenseits vgl. Kusari I 109.