Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1925 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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43 dem ״Vermittler“ zugleich den ״Erwecker aus dem Schlafe“ sehen1. So gehören ״Vermittlung“ und ״Erweckung“, wie sie bei Bachja verbunden stehen, quellenkritisch zusammen — als Zeugen für die Nachwirkung einer gnostisch überarbeiteten hermetischen Schrift. Halten wir also zunächst den Bück nur auf die Form der beiden Schriften und ihrer mutmaßüchen Vorlagen gerichtet, so übersehen wir eine Entwicklung, die zu immer stärkerer Verblassung einer mythischen Urform führt: aus dem Dialog zweier Gottwesen (die Richtigkeit der Annahme Reitzensteins vorausgesetzt) wird ein Gespräch zwischen Weltnus und Menschenseele, hieraus (bei Bachja) eine Unterredung zwischen Einzelvemunft und Einzelseele, während bei dem Araber eine Mahnung des Verstandes an die Seele übrig bleibt und bei Pseudobachja die. übüche Abhandlungsform gewählt ist2. Wie Bachja in der Form des Dialogs stärker als der Araber an die Hermetik erinnert, so im T o n. Dreimal wird versichert, daß ein Geheimnis mitgeteilt werden soll3, und mit Nachdruck wird betont, daß die Seele ״in ihrem früheren Zustande“4 nicht fähig gewesen wäre, ihrer Bestimmung nachzukommen. Dieser echte Mysterienton5 fehlt bei dem Araber anscheinend6, der in seiner Vorrede mit deutüchem Seitenbück auf andersartige hermetische Schriften die Lehren des Hermes nicht nur erläutern, sondern derart durch klare Beweisgründe stützen zu wollen erklärt, daß jeder gesunde Sinn sie annehmen muß. Aber 1 Ueber eguicvia^dc durch Hermes vgl. Hippol. V 7, 30 und 32; das Fragment aus einer peratischen Schrift V14,1 beginnt mit den Worten: ’£0ן) <p«jv7j e£u׳n:v1a!J10ü iv Ttp oiuivi T7j<; vuxto'c. 2 Einen Uebergang zu dieser bedeutet es, wenn bei dem Araber V 7 ״die Seele“ vor Frauen und Wein gewarnt wird. *"jm ft**., B; Ü0> 15; Mv, 6. Soviel ich sehe, findet sich der Ausdruck sonst nur in Verbindung mit Jenseitslehren und deren Konsequenzen, was zum Ursprung aus der Mysterienlehre gut passen würde; z. B. 16,13; FW“, 3; P0f. 15 f. 4 ttv, 14. 5 Anklänge an ihn finden sich auch in der mystisch berührten wissenschaftlichen Literatur der Araber (vgl. Gauthier, Ibn Thofail, 1909, 59ff.) und bei Gabirol, der gern (z. B. Lebensquell II 20 Fal.) vom 1ל© des Willens redet. 4 Zwar setzt Fleischer zu Anfeng der Vorrede stattdas aus Bachja bekannte Geheimnis; doch hält Bardenhewer für Dittographie.