Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1925 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 58)
- Language
- German
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42 spielung abzusehen1) bis ins 2. vorchristliche Jahrhundert zurückverfolgen können2 (und wohl ah Hauptanlaß der literarischen Tätigkeit des Gottes Hermes zu betrachten haben), die aber höchst merkwürdigerweise in der griechisch-römischen Hermetik stark zurücktritt, sich dagegen bei den Kirchenvätern und namentlieh bei den Gnostikern erhalten hat3. Letzteres würde zu Reitzensteins Vermutung, daß wir eine gnostisch überarbeitete Schrift vor uns haben, ausgezeichnet passen. Erwägt man dies, so gewinnen die Einleitungsworte unseres Dialoges bei Bachja ihre rechte Bedeutung. Er erklärt § 5 Anfang, er wolle ״von der Erweckung durch den Verstand in Form von Frage und Antwort handeln“; diese Erweckung sei ״die Inspiration Gottes an den Menschen durch die Vermittlung seines Verstandes“. Da es sich offenbar um die Einleitung zu der folgenden Ansprache handelt, so muß die Quelle, der Bachja diese Worte entnimmt, nicht die individuelle, sondern die allgemeine Vernunft gemeint haben. Dann hat sie diese als Vermittler und Erwecker bezeichnet. Und wer nicht etwa diese Erweckung zur Erkenntnis mit jenem Auf rütteln zur Tat verwechseln will, das den Kennern biblischer und jüdisch-mittelalterlicher Dichtersprache bekannt ist, wird feststellen müssen, daß vom Erwecken genau dasselbe gilt wie vom Vermitteln: auch hier ist eine in vorchristliche Zeit zurückzuverfolgende Vorstellung4, die in der griechisch-römischen Hermetik nur in Verbindung mit einem anderen Bilde einmal aufzutauchen scheint5 6, bei den Naassenem erhalten, die an der oben erwähnten Stelle in Hermes 1 Kratylos 40ל E. 2 Schon Artapanos muß sie kennen, wenn er schreibt, Moses habe den Namen Hermes bekommen Bia t^v t&v eepuiv ‘fpap.jLaTuiv epp.Tjveu1v (Freudenthal, Hell. Stud« I 146). Ferner findet sie sich bei Diod. 116 und aus älterer stoischer Quelle (Reitzenstein, Zwei rel. Fragen 95) bei Porphyrios Eus. Praep. ev. III 11. 8 J. Kroll erwähnt sie nicht. Dagegen vgl. Bousset, Kyrios Christos 382 f. und das Naassenerfragment bei Hipp. El. V 29 ,ל, wo die Worte *Epp}; ip|x7jvs6<; sicher sind. 4 Denn Philön Spec. Leg. I 266 und Mut. nom. 56 schöpft sicher aus älterer Quelle, die bei Plotin Enn. V I, 2 (S. 142, 33 Müller) und an der S. 23 angeführten Stelle aus Porphyrios De abst. nachwirken dürfte. Ob das Bild von der Erweckung mit Reitzen stein, Iran. Erlösungsmysterium 6, 52, 135 als iranisch anzusehen ist, kann hier dahingestellt bleiben. 6 Poimandres I 2ל wendet sich an die Erdgeborenen, die sich ״in ihrer Unkenntnis dem Rausche und dem Schlafe ergeben haben“; vgl. J. Kroll 3ד6ל.