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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 55

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 55)
Language
German
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39 ja, auf die Koranauslegung, erwiesen ist1 und sicher auf die — unter Bachjas Namen überlieferte — Schrift von der Seele übergegriffen hat2, werden wir prüfen müssen, ob der alte Reiske ganz unrecht hatte, sich durch die einzige seither herausgegebene hermetische Schrift in arabischer Sprache3 an Bachjas Herzens- . pflichten erinnert zu fühlen. Wir werden hierbei Bachja sowohl mit der genannten Schrift wie mit der hellenistischen Hermetik zu vergleichen haben; was wir sonst über arabische Hermetik hören4, ist farblos und für uns ebensowenig verwertbar wie die christliche Hermetik5. Da der Inhalt der hermetischen Schriften für Bachja und die Araber höchstens mit selbständigen Abänderungen zu brauchen war, gehen wir aus von der Betrachtung der Form. Der Dialog, wie wir ihn bei Bachja finden, ist in der arabischen Literatur sehr selten. Dagegen herrscht er nicht nur in der griechischrömischen Hermetik6 vor, sondern ist auch für die syrische Hermetik ausdrücklich bezeugt7. Angeredet wird die Seele. Genau dasselbe geschieht bei dem arabischenHermetiker. Das ist um so auffälliger, da wir zu solchen Gesprächen mit der Seele weder in hellenistischer noch in jüdischer Prosa vollgültige Parallelen finden8. Wir werden wahrscheinlich mit gnostisch 1 Goldziher, Richtungen der Koranauslegung 188f., 256. 2 Kaufmann, Studien zu Gabirol (1899) 54, 1; Goldziher in der Vorrede zu seiner Ausgabe Abh. der Gott. Ges. 1907, 9*. 8 Bardenhewer, Hermetis Trismegisti de castigatione animae libellus, Bonn 1873 (mit lateinischer Uebersetzung). Die erste Hälfte ist auch mit deutscher Uebersetzung von Fleischer (Leipzig 1870) herausgegeben, der S. VII Reiske erwähnt. Daß der hermetische Einschlag der Schrift größer ist als die Herausgeber annahmen, haben Jos. Kroll, Lehren des Hermes 390 ff. und Reitzenstein, Die Göttin Psyche 50 ff. erwiesen. Ueber noch nicht herausgegebene hermetische Schriften in arabischer Sprache vgl. R e i t z e n s t e i n a. a. O. 67, 1; Scott, Hermetica 111. 4Bardenhewer, X f.; Scott, Hermetica I 97 ff. 6 Vgl. über sie B a e u m k e r, Festgabe für Hertling 22 ff. Sie scheint nicht durch die islamische Hermetik beeinflußt zu sein; vgl. über den Einfluß der echten Hermetik auf das frühe Christentum B 0 u s s e t, Kyrios Christos 424 f. Auch die Apokalyptik bevorzugt die stimmungsvolle Dialogform; einiges darüber bei Norden, Vergil Aeneis Buch VI, S. 42 f., 20?. 7 Bardenhewer IXf. 8 Kurze Anreden an die fciavoia, wie sie etwa Philon liebt, sind natürlich rein rhetorisch gemeint. In der mittelhebräischen Dichtung sind allerdings Anreden an die Seele (nach dem Muster einzelner Psalmensteilen) sehr gebräuchlich; so wenig sich hieraus an unserer keineswegs dichterisch I

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