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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 51

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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י’־'־;.־ 35 erkenntnis: wer seine Seele kennt, kennt seinen Herrn1/‘ — In ähnlichem Sinne deutete man einen schon im 10. Jahrhundert zu belegenden Ueberlieferungsspruch (Hadith), nach welchem Gott spricht: ״Ich war ein Schatz von Güte und Vortrefflichkeit; doch kannte ich solche nicht; da wollte ich deren Wert erkennen; hätte ich die Schöpfung nicht geschaffen, so wären mir die Wunder der Schöpfung verborgen gebheben“2. Die Schlußworte zitierte man: ״so habe ich die Schöpfung erschaffen, auf daß ich erkannt würde3“ und fand ihren Sinn darin, daß ״die Erkenntnis des Wahren nur beim Menschen sich findet“; Zweck der Schöpfung ist also nicht die Selbsterkenntnis Gottes, sondern seine Erkenntnis durch den Menschen. Die erste jüdische Lösung unserer Frage findet sich bei dem unbedeutenden Kompilator, der als erster unter den uns bekannten jüdischen Denkern doch eine gewisse geschichtliche Bedeutung hat: bei Isaak Israeli (um 900). Im Zusammenhang mit der Lehre von den Zweckursachen — also nicht in der Absicht, eine neue Darstellung ethischer Probleme zu geben —schreibt er4: ״Fragt man, wozu der Mensch da ist, so ist folgendes zu antworten: Da der Mensch aus einem natürlichen Körper gebildet ist, so ist er das Werkzeug der vernünftigen Seele, damit sie mit seiner Hilfe die Wahrheit der Dinge unterscheide und Vernunftgemäß mit ihm arbeite. Fragt man aber, wozu der Mensch ein Vemunftwesen ist, so ist zu antworten, damit er gut und böse, wahr und falsch unterscheide, sich nach Wahrheit und ,Recht 1 Allgemein über den Schluß von der Selbsterkenntnis auf Gotteserkenntnis im Islam vgl. Landauer, ZDMG. XXIX 374, 5 (Doppel־ sinn von Horovitz, Psychologie der Neuplatoniker 161; Heinemann, Poseidonios’ metaphysische Schriften I 70, 1; Obermann, Subjektivismus Ghazzalis 113; 176 u. ö.; Nicholson, Ideal of Personality in Sufism 41. Zur besonderen Fassung s. 0. S. 31. 2 Ich zitiere nach Dietericis Uebersetzung der Lauteren Brüder, Weltseele 148; die gleiche Fassung dürfte S a ad i a in den letzten Worten des I. Kapitels der Imänät voraussetzen; nur nimmt er dem Spruch den naiven Anthropomorphismus, indem er den Psalmvers dazu schreibt: ״um dem Menschen seine Gewalt kund zu tun“. 3 Omar ben Suleiman S. v 7. Der Kommentar Ismails zu den Ringsteinen Farabis (übersetzt von Horten, Baeumkers Beitr. V 3, S. 402) zitiert: ״Ich war ein verborgener Schatz, ich wollte aber erkannt sein, und da habe ich die Geschöpfe geschaffen“; hieraus leitet er die Pflicht der Gotteserkenntnis als der menschlichen Natur entsprechend ab. 4 Das folgende nach J. Guttmann, Die philosophischen Lehren des Israeli, S. 23. %

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