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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 50

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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eine Bedeutung gewinnen, die hier nicht erschöpfend behandell werden, aber soweit gestreift werden soll, daß die Mittlerrolle! des Islam für das jüdische Denken deutlich wird. Wenn Allahl im Koran1 spricht: ״Nicht habe ich die Dämonen und Menschen■ geschaffen als dazu, daß sie mir dienen“, so liegt darin ebenso•■ wenig eine Bestimmungslehre in unserem Sinne wie in den oben■ erwähnten Bibelsätzen; sind doch ״viele von den Dämonen und■ Menschen für die Hölle erschaffen“ 2. Aber die Worte kommen■ griechischen Lehren (insbesondere etwa jenen Sätzen des Dialogs■ Asclepius, nach denen der Gehorsam gegen Gott zu unseren■ Lebensaufgaben gehört) derart nahe, daß es verständlich erscheint,] wenn die rationalisierende Koranauslegung3 in dem Verse eine] Bestimmungslehre nach dem griechischen Vorbild sah. ״Diel Vernunft ist die Dienerin des Herzens; und das Herz ist geschaffen zum Schauen der göttlichen Schönheit. Wenn das Herz das tut, so ist es ein rechter Knecht und Diener Gottes; und dieser Dienst ist gemeint in dem Worte Gottes (folgt obiger Koran vers)“. Etwas rationalistischer als Gazzali4 in diesen Worten — aber doch vielleicht unter seinem Einfluß — legt ein türkischer Dichter des 15. Jahrhunderts den Vers aus: die Worte ״daß sie mir dienen“ sollen bedeuten: ״daß sie mich erkennen“5, und er fügt erläuternd hinzu6: ״indem man Gott dem Erhabenen dient, muß man durch das Wissen auch das Ziel der gewissen Erkenntnis erreichen; denn der Zweck des Gottesdienstes ist der: Und diene deinem Herrn, bis zu dir kommt die sichere Erkenntnis (Koran, Sure 15, 99); der Weg zu dieser Gotteserkenntnis geht durch die Selbst- 1 Sure 51, 56. Vgl. auch 54, 49 : Siehe, jedes Ding haben wir erschaffen mit einer gewissen Bestimmung. 2 Sure 7, 178. 3 Ueber sie im allgemeinen Gold zi her, Richtungen der Koranauslegung 136. 4 Vgl. H. Ritter, Al Ghasali, Das Elixir der Glückseligkeit 29. Anderes zur Bestimmungslehre Gazzalis ebd. 15 f., 52 (s. auch unser Namens- Verzeichnis); auch Obermann, Subjektivismus Ghazzalis 116 ff. ist zu vergleichen, wiewohl der Tendenz seines Buches gemäß die eschatologischen Züge stark zurücktreten. — Auch Ihn Tofail leitet im Hai ibn Jaqzan (S 80 Gauthier) eine Ethik aus der Erkenntnis ab, daß uns der Körper nicht umsonst gegeben ist. 5 Die Erfreuung der Geister von Omar ben Suleiman, türkisch und deutsch von Ludolf K r e h 1, Leipzig 1848, Seite v des Textes, ל der Ueber- Setzung, der ich folge. Ebd. S. 1 des Textes, 9 der Uebersetzung.

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