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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 44

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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Teil aus vier Bestandteilen, je zwei Händen nnd Füßen1 2, mit denen er der niederen Erdenwelt dient, und den vier Teilen des Geistes, der Sinnlichkeit, des Gedächtnisses und der Fürsorge, durch deren Hilfe er alles Göttliche aufblickend erkennt. — In diesen Lehren und den Voraussetzungen, auf denen sie beruhen, wirken philosophische Vorstellungen nach, die letzten Endes auf sehr verschiedene Schulen zurückgehen: die aristotelische Lehre von der Theorie wird im Sinne der älteren Stoa ergänzt durch die Anerkennung unseres Berufes, die niedere Welt zu beherrschen — auf die Formulierung kann freilich die Bibel von Einfluß gewesen sein8 —, im Anschluß an Poseidonios vertieft durch den Hinweis auf unseren aufrechten Gang3, durch die Lehre, daß wir bei den Gegenständen unserer Betrachtung weilen4 und durch die Betonung der Selbsterkenntnis als Führerin zur Erkenntnis des All5; auch die Mahnung, den xoojio(: durch xoofuvrqs nachzuahmen, stammt wohl aus gleichem Kreise6; neuplatonisch, wenn auch durch Poseidonios vorbereitet, ist der religiöse Sinn unseres Schauens, das Streben nach ״Verbindung unseres Willens mitdemgöttlichen“7und der Ausblick auf das Jenseits3;aber während die Wissenschaft das Bestimmungsproblem stets vom Menschen aus sah, wird hier von Gott aus gesehen: so gewiß jeder Glaube an eine Bestimmung eine Macht voraussetzt, die diese Bestimmung aufstellt, so sicher ist doch diese Macht, die den Menschen schafft, von ihm ״Gehorsam gegen ihre Gebote" verlangt und sich am Gebet und Gehorsam des Menschen erfreut, weit bestimmter und persön- 1 alitsque corporis membris halte ich für eine Glosse. 2 Einfluß von Stellen wie Gen 126; 2S hält, wie ich nachträglich sehe, auch Scott I 54 für möglich, ohne zu sicherem Ergebnis zu gelangen. Zu 11 b mundum servando <poXcfoae1v vgl. Gen 215. Ueber andere Spuren biblischen Einflusses auf die Hermetik vgl. J. Kroll, Lehren des Hermes Trism. S. 139, W. Scott I 12. 8 Hermes bei Stob. I 41,6 IV B 4 Scott. 4 Poim. V 5, XI 19. Bei der Fähigkeit, sich über die Welt hinaus zu erheben, ist nicht an die Extase zu denken (J. Kroll 317), wie der Anfang des Paragraphen (״gebiete deiner Seele nach Indien zu fahren“) zeigt. 6 Asel. § 10 Mitte. 9 Asel. 11b mundum munde servando; zur Rückübersetzung vgl. 10 Mitte über xtfaj!o<;. Ganz ähnliches steht, wie wir sahen, Cic. Cato maior לל, wo man am ehesten mit stoischem Einfluß rechnen wird. 7 Asel. 11 b operam suam cum dei voluntate coniungit 8 Asel. ebd. Der Ausdruck emeriti erinnert an Plutarchs. Vergleich der abgeschiedenen Seelen mit ausgedienten Streitern, die den auf Erden zurückgebliebenen helfen.

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