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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1926-01-01 · 1925 (1926) · page 43

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1925 (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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IRI
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Gedankengang des hermetischen Dialoges Asclepius § 8 ff.1 Danach schuf der wahre Gott den sichtbaren und wahrnehmbaren zweiten Gott2, den er schön fand und liebte als Erzeugnis seiner Göttlichkeit. Da er aber so groß und so gütig ist, wollte er, daß es einen anderen gebe, der jenen, den er aus sich geschaffen, anschauen könne; so schuf er denn als Nachahmer seiner Vernunft und Fürsorge3 4 den Menschen. Da er ihn nun der Substanz ähnlich1 geschaffen und bemerkte, daß er nicht für alle Dinge sorgen könne, wenn er ihn nicht mit körperlicher Hülle deckte, so umschloß er ihn mit dem Körper und schuf ihn sterblich5, indem er von beiden Naturen, so viel erforderlich, zusammenmischte. Daher bildete er den Menschen aus den Naturen der Seele und des Körpers, also ewiger und sterblicher, so daß er als ein so gestaltetes Wesen seinem zwiefachen Ursprünge entsprechen konnte: das Himmlische zu bewundern und zu verehren — das Irdische zu versorgen und zu lenken. Unter dem Sterblichen ist nur zu verstehen, was der Mensch in oder aus Erde und Wasser schafft, nicht diese Elemente selbst (§ 9). Und die Fürsorge für das Himmlische6 bedeutet den ständigen Gehorsam, dessen nur der Mensch fähig ist. Denn an des Menschen Bewunderung, Anbetung, Lob, Gehorsam erfreut sich der Himmel und die Himmlischen. Daher bedeutet seine Begabung mit Sterblichkeit keinen Minderwert gegenüber den Göttern; sondern da er seine Doppelaufgabe sonst nicht hätte lösen können, wurde er aus beidem gebildet, damit er der Pflege der Erde und der Liebe (Fürsorge) zum Himmel fähig sei (§ 11 a7). Damit er in seinen beiden Bestandteilen vollständig sei, so besteht, wie du beachten willst, jeder 1 Die folgende Stelle kann, außer in der seltenen Ausgabe von Scott, auch nachgelesen werden bei Thomas, Apulei de philosophia libri, Teubner 1908. 2 Unter ihm ist nicht mit M e a d ,,der Logos als Kosmos“ zu verstehen (ähnlich die bei Scott angeführte Stelle aus Ps.-Augustinus), sondern mit Scott der Kosmos (= Asel. § 10 Anf.; Poim. VIII 2; X 14) oder, anders ausgedrückt, der Oopavos als Allumfasser (Asel. § 3 c, 16 b). 3 Die im folgenden sehr häufigen Worte dilectus, diligere übertragen {*spottetet, Ospattsüsiv (Scott); der Doppelsinn Liebe und Fürsorge ist im Deutschen kaum wiederzugeben. 4 OuoiüjBtjq § ל b. 5 Teocit eum corporea domo (= oxfjvtx;) talesque omnes esse praecepit ist wohl zu änderji in morialesque hominesse pr.; vgl. § 9 Ende quod ex parte mortali» sit; § 10 Ende parte vero mundana . . . mortaMs resistat in terra . . . Rumanitas ex aXia parte effecta mortalis est. ® 9spattsto (nicht dilectus) bezeichnet auch den K ul tus. 7 Das folgende hält Scott für späteren Zusatz.

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