Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1925 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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24 deren Zugeständnisse an -die Menge zum Anlaß nehmen, um sich dem ungeschriebenen Gesetze zu entziehen* * Denn jene beseligende ״Betrachtung“ ist keine Sammlung von Erwägungen und keine Anhäufung von Lehrsätzen; sonst müßten solche, die alle mögliehen Lehrsätze zusammenschleppen, der Seligkeit teilhaftig sein. ״In Wahrheit verhilft nicht nur keinerlei Lehrsatz der Theorie zur Vollständigkeit, sondern nicht einmal die Sätze über das wahrhaft Seiende, wenn nicht die ihnen gemäße Artung und Lebensführung hinzutritt. Denn ... für uns ist das Lebensziel, die Betrachtung des wahrhaft Seienden zu erreichen, weil deren Erreichung uns zur Verwachsung (oufupootu:) des Betrachtenden und des Betrachteten verhilft; denn1 nicht Fremdes, sondern das wahrhafte Ich ist das Ziel unseres Aufstieges; und nicht mit Fremdem, sondern mit dem wahrhaften Selbst geschieht unsere Verwachsung; dies wahrhafte Ich ist der Geist. Also ist unser Ziel das Leben gemäß dem •Geiste2, und ihm dienen die Sätze und Lehren, die von außen kommen, die unsere Reinigung bezwecken, nicht etwa unsere Seligkeit voll machen sollen." Gewiß gibt der Satz, daß wir ״zum Wachen da sind“, keine erschöpfende Lösung des Bestimmungsproblems. Allein die Stelle zeigt deutlich, daß Porphyrios eingehend über die Frage nachgedacht hat (also wohl die ״eingehenden Erwägungen“ S. 105, 20 selbst angestellt hat), daß er die seitherigen Lösungsmethoden und -versuche kennt, aber in seinem Sinne umbildet. Er findet die Bestimmung durch Selbsterkenntnis (105, 25 f.), wie namentlich die jüngere Stoa, genauer gesagt: durch die Erkenntnis, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen (104, 22), wie Seneca Ep. 82, 6; aber er setzt die Bestimmung zunächst in die reine Theorie, wie Aristoteles. Nur ist diese Theorie bei ihm anders gemeint. Denn die Quelle der theoretischen Eudaimonie kann dem Neuplatoniker nicht mehr das Forschen und das Wissen um seiner selbst willen sein. Also bedarf das reine Forschen einer Ergänzung — aber in anderer Art, als das bereits Poseidonios gelehrt hatte, nach dem die Erkenntnis der unlöslichen Einheit des ״Staates der Götter und Menschen“ nach praktischer Arbeit in und an diesem Staate verlangt3. Solche Betätigung ״politischer Tugenden“ bedeutet für Porphyrios die 1 05 fäp etc aXXo, 0XX’ sic xov ovtuk eaotov ij avaipop.^ 0081 spöc 0XX0, dAXa spöc •tov 5vtu>c auiov jj au|x<puatc § 29. * Nach voüv interpungiert N a u c k zu stark. * S. 0. S. 17 und Anm. 2.