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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 104

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 104)
Language
German
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90 und der psychologischen Begriffsbildung in den philosophischen Vernunftideen, durch welche eine seelenartige Welt der Monaden 015 das Wesen der Wirklichkeit postuliert wird. Ein Wort aber vermag diesen ganzen stolzen Bau einer idealistischen Logik zu stürzen: Wenn das Ich wirklich nur eine Abstraktion von den Tätigkeitsgefühlen, die mit bestimmten Empfindüngen und Vorstellungen verbunden sind, und nicht einmal das unerkennbare Ich der Kantischen transzendentalen Apperzeption ist, dann ist dieser ganze Bau auf und von einem Abstraktum errichtet oder Wundt hat unversehens sein Ich-Absiraktum in ein wahrhaft schöpferisches Ich verwandelt, das in sinnvoller logischer Betätigung aus seinen Bewußtseinsinhalten eine Welt logischer Zusammenhänge schafft. Die Anerkennung dieser sinnvollen Tätigkeit des Ich aber ist die Voraussefeung nicht bloß für die psychologische Erklärung des Faktums einer Erkenntnis überhaupt, sondern gerade auch für die Selbsterkenntnis, die die Seele von sich selbst in der Psychologie gewinnt. Indem nun die mechanistische Psychologie selbst Erkenntnis zu sein behauptet, ist auch sie Produkt der logischen Bearbeitung der unmittelbaren Erfahrung, also von der Vorausseßung der Spontaneität des Ich getragen, die die mechanistische Psychologie in ihrer Definition des Ich als eines Abstraktums aufhebt. In diesen Widerspruch aber gerät Wundt durch die Annahme, daß die seelische Wirklichkeit analog der physischen Wirklichkeit als aus konkreten Elementen zusammengesetzt aufgefaßt werden muß. Dem Dogmatismus der naturwissenschaftlichen Methode bringt Wundt die Eigengeseßlichkeit der Seele zum Opfer und verwandelt sie in ein Abstraktum. Dann aber gibt es aus dieser künstlichen Welt mechanistischer Konstruktionen keinen Ausweg, auch nicht in die Welt der Metaphysik. Denn die Monaden sind ja nach dem Muster der Seele gebaut; ist diese ein Abstraktum, so jene eine Idee von Abstraktis. Nur die klare Anerkennung der nicht-mechanistischen Struktur des seelischen Lebens vermag die sinnhafte Tätigkeit der Seele zu erklären. Analog der Nivellierung des Denkens zum bloßen Ablauf§ der Bewußtseinsinhalte und andererseits der Anerkennung seiner apperzeptiven, logischen Betätigung bestreitet Wundt einmal, daß die sittliche Selbstbeurteilung einer selbständigen Betätigung der Seele, dem Gewissen entstamme, gleichviel ob dieses religiös als Stimme Gottes oder philosophisch als Pflichibewußtsein definiert werde. Nicht eine einheitliche Stellungnahme des Ich zu

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