Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1924 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 97)
- Language
- German
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83 Vorstellung ihren idealen Inhalt verdankt, wird so auf dem Boden der ethischen Religion schließlich auch jene Uebereinstimmung der philosophischen und der religiösen Weltbetrachfung möglich, die ebensooft auf beiden Seiten erstrebt, wie zurückgewiesen wurde. Die Bedingung dazu ist, daß weder die transzendenten Vernunftideen noch die sonstigen Bestandteile wissenschaftlich-philosophischer Erkenntnis mit dem Inhalt der Religionsanschauung in Widerspruch stehen. Diese Bedingung ist erfüllt, wenn Gott ausdrücklich als unvorstellbar, also der Weltgrund auch von der Religion als absolut transzendent und wenn umgekehrt das sittliche Lebensideal als ein menschliches, d. h. als vorbildlich in einer bestimmten geschichtlichen Persönlichkeit gegeben angesehen wird. Freilich ist dazu auch erforderlich, daß eine solche Persönlichkeit durchaus nur menschlich, daß sie nicht übermenschlich sei. (Syst. d. Philos. II S. 244.) Die religiösen Symbole sind Vorstellungsformen zum Zwecke des Ausdrucks bestimmter religiöser Ideen. Jede Anschauung, die ihnen neben dieser inneren Wirkung auf das religiöse Gefühl' noch eine äußere Wunderkraft zuschreibt, bedeutet einen Rückfall auf die primitive Stufe des Zauberglaubens, und arbeitet daher an der Entsittlichung der Religion. Die religiöse Idee selbst ist eine schlechthin transzendente Idee und gipfelt in der Forderung, daß alle geistigen Schöpfungen einen absoluten, unzerstörbaren Wert besifeen. g) Kritik. ln der kritischen Stellungnahme zum System der W u n d t - sehen Philosophie wollen wir nur kurz bei denjenigen Partien verweilen, die im wesentlichen mit der Spencer'schen Philosophie identisch sind und also auch von den gleichen Einwänden berührt werden, die von uns gegen Spencer erhoben wurden. Um so eingehender wollen wir die selbständige Leistung Wundts, insbesondere in seiner Psychologie und Wertphilosophie beleuchten. Die Wundfsche Naturphilosophie entwickelt nicht allein in einer die Spencer'schen Generalisationen weit hinter sich lassenden eindringenden Schärfe die Prinzipien und Hypothesen der mathematischen Physik, die Begriffe der Materie, der Bewegung, der Masse, der Kraft, der Zenfralkräfte, der Kräfte- Verbindung, des Energiegeseßes, sondern erkennt auch diese Begriffe in ihrer logischen Notwendigkeit zur Begründung einer widerspruchsfreien einheitlichen Naturerklärung. Mit einer durch Kant