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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 82

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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68 Bedingungen darbieten, sie derart in Zusammenhang zu bringen, dag jede Veränderung des einen Gliedes einer solchen Verbindung auch das andere Glied verändert. Das ist nur möglich, wenn beide Glieder als Teile einer Gesamtvorstellung erfagi werden. Eine jede solche Abhängigkeit beruht also auf einer Subsumtion der beiden in Relation gebrachten Begriffe und auf einer Koordination jener Begriffe selbst. Der Unterschied von der Identität liegt also darin, dag wir bei dieser selbständig gedachte, bei der Abhängigkeit aber je zwei durch einen Gesamtbegriff zusammengehaltene Begriffe vergleichen. Die Anwendbarkeit des Safees vom Grunde nicht allein auf Vorstellungsobjekte, sondern auch auf äugere Gegenstände macht ihn zum Prinzip nicht blog des Denkens, sondern des Erkennens. Das Erkennen kann als ein Denken definiert werden, mit dem sich die Ueberzeugung von der Wirklichkeit des Gedankeninhalts verbindet. Von dem Begriff der Erfahrung unterscheidet sich das Erkennen dadurch, diag bei der Erfahrung nur die Be- Ziehung auf eine Wirklichkeit festgehalten wird. Die jeder Ein- Wirkung der Denkfunktionen vorausgehende Erfahrung bezeichnet man als unmittelbare Erfahrung und1 stellt ihr die durch die Wirksamkeit der Denkfunktionen veränderte Erfahrung als die mittelbare Erfahrung entgegen. Unsere Vorstellungen gelten uns ursprünglich als die Ob- \ e k t e selbst. Erst allmählich scheidet sich teils infolge der Reflexion über die Gedächtnis- und Phantasietätigkeit, teils aus Anlag der Konflikte, die sich zwischen verschiedenen ErkennlnisaKten erheben, der Vorgang des Erkennens vom Objekt, auf das er bezogen wird und erhält das Erkennen die Aufgabe, die Objekte in ihrem objektiven Sein nachzubilden. Je mehr nun der Anteil des Subjekts an der Qualität der Vorstellungen, die auf Objekte bezogen werden, erkannt wird, um so mehr gelangt die Unter- Scheidung der primären oder objektiven Eigenschaften und der sekundären oder subjektiven Eigenschaften zur Durchführung. So führt die immer strengere Scheidung objektiver und subjektiver Elemente zu der quantitativen Naturanschauung der Physik, in der allein den raum-zeitlichen Elementen und ihrer Bewegung objektive Bedeutung zukommt. Die widerspruchsfreie Verknüpfung dieser objektiven Elemente der Wirklichkeit vollzieht alsdann die Naturwissenschaft in den Begriffen, die die Naturphilosophie oben dargestellt hat. Ebenso ist die Eigenart des Kausalitätsbegriffs der Psychologie und der Geschichts- Wissenschaft bereits entwickelt worden. Und endlich ist es

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