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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 81

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 81)
Language
German
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67 oder Vorstellungskomplexe, sondern da ß es Denkakte, die selbst schon Urteile sind, zueinander in Beziehung seßi, um aus ihnen neue Urteile zu erzeugen. Wie das Urteilen ein unmittelbares, so ist daher das Schließen ein mittelbares Beziehen der Glieder irgend einer Gesamtheit von Vorstellungen aufeinander. Die beiden Grundfunktionen, die sich bei jedem Urteil betätigen, lassen zwei Grundgesetze aus sich hervorgehen: Die Funktion der Uebereinstimmung stellt an unser Denken die Forderung״ überall das Uebereinstimmende gleich zu seßen. Daß dies geschehen solle, drückt der Saß der Identität aus. Die Funktion der Unterscheidung dagegen veranlaßt uns, abweichende Merkmale zu sondern; sie fordert, das Verschiedene als ungleich dem Uebereinstimmenden entgegen zu seßen. Der Saß, der diese Entgegenseßung zum Ausdruck bringt, ist der Saß des Widerspruchs. Der Saß vom ausgeschlossenen Dritten beruht auf den nämlichen zwei Grundfunktionen des Denkens, denen alle positiven wie negativen Gleichheitsurteile ihren Ursprung verdanken, hat also keinen neuen ihm eigentümlichen Inhalt. Dagegen enthält er in formaler Be- Ziehung das neue Moment, indem er Uebereinstimmung und Unterscheidüng als die beiden einander vollständig ergänzenden logisehen Grundfunktionen bezeichnet. Die logische Abhängigkeit ist die einzige Beziehung, die als eine notwendige, von dem Denken nicht zu verweigernde aufgefaßt wird, da sie durch das Denken selbst gewonnen wird. Darum ist unser Denken überall bemüht, die realen Abhängigkeitsbeziehungen, die sich in der Anschauung darbieten, der logischen Abhängigkeit unterzuordnen. Da wir die Glieder dieser logischen Abhängigkeit Grund und Folge nennen, so hat man auch das Prinzip, nach dem wir Begriffe oder Denkakte ordnen, den Saß vom Grunde genannt. (Syst. d. Philos. I S. 60 ff.) Diese Säße der Identität, des Widerspruchs, des ausgeschlossenen Dritten, weit entfernt Geseße zu sein, die auf die Erfahrung keine Anwendung zulassen, sind vielmehr selbst die allgemeinsten Prinzipien, die unser Denken bei der Verknüpfung der empirischen Tatsachen befolgt. Sie sind also logische Geseße, insofern sie aus den Grundfunktionen unseres Denkens hervorgehen; sie sind aber empirische Geseße, insofern sie für alle Bearbeitung der Erfahrung Geltung haben. Dagegen ist die Anwendung des Saßes vom Grunde auf die Erfahrung nur durch die räumliche und zeitliche Ordnung der Erfahrung möglich. Damit sich Koexistenz und Aufeinanderfolge m Abhängigkeit verwandeln, müssen die verbundenen Vorstellungen

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