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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 69

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 69)
Language
German
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55 Denkens das Urteilen, das diese Zerlegung der Gesamivor- Stellung vornimmt. Desgleichen besteht die Phantasietätigk e i t in der Zerlegung einer Gesamtvorstellung, die aber nicht begrifflich, sondern in anschaulichen Formen gegeben ist. Und auch die Gliederung der Gesamtanschauung ist nicht eine begriffliche, sondern eine anschauliche, nicht von logischen Gesichtspunkten, sondern von assoziativen Zusammenhängen getragen, die von der Gesamtanschauung bedingt sind. Die Gliederung der Gesamtvorstellung ist also bei der iniellektuellen und Phantasietätigkeit keine bloge assoziative, sondern von bestimmten Motiven getragen, die nur eine bestimmte Gliederung zulägt, und zwischen verschiedenen Vorstellungsverbindungen eine Auswahl trifft. Mehr und mehr tritt die bloge Assoziation in die Rolle eines Hilfsmittels der Gedankeniätigkeit; Phantasie- und Verstandestätigkeit sind Willkürhandlungen, aktive Apperzeptionen. (System der Philosophie 11 S. 159.) Da die psychologische Kausalbetrachtung durch die Beschaffenheit ihres Gegenstandes gezwungen, stets in die Zweckbetrachtung überführt, müssen auch die Prinzipien der geistigen Kausalität einen teleologischen Charakter gewinnen. Das der geistigen Kausalität als Zweckkausalität zugehörige Magprinzip ist das der qualitativen Werfgröge, die ihren Ausdruck im Werturteil findet. Die Entstehung der qualitativen Werfgröge ist wieder durch drei Prinzipien geistiger Kausalität bedingt: die ״schöpferische Synthese“, die ״beziehende Analyse“ und die ״Verstärkung der Gegensäge“. Diese drei Prinzipien können auch als die Gesege der Resultanten, Relationen und Kontraste ausgedrückt werden. Das Prinzip der ״schöpferischen Synthese“ beherrscht alle geistigen Bildungen von der Sinneswahrnehmung bis zu den höchsten intellektuellen Vorgängen durch Verschmelzung, Assimilation, Verdichtung und Bedeutungswandel der Elemente und gewinnt so die Form eines Prinzips des ״Wachstums geistiger Werfe“. So steigert der kausale Zusammenhang der Elemente selbst durch Verschmelzung der psychischen Gebilde den Inhalt des Bewugiseins von den Empfindungen zu Vorstellungen, zu Allgemeinvor- Stellungen, zu Begriffen, und von einfachen Gefühlen zu Affekten, Trieben, Willenshandlungen. Durch die Verschmelzung der Eiemente entstehen psychische Gebilde, die nicht lediglich die Summe der Teile, sondern Resultanten, unberechenbare schöpferische Synihesen sind. Die ״beziehende Analyse“ bringt die Eigenschaften des beziehenden logischen Denkens zum Ausdrude. Indem sich aber von einem Vorgang zum anderen Beziehungen weiterspinnen,

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