Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1924 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
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47 nissen und demnach, wenn man sich alle Energieformen in eine und dieselbe zurückverwandelt denkt, eine konstante Beziehung zu dieser nachweisen lägt. Wie weit aber bestimmte Energien ineinander umgewandelt werden können, entscheidet die Erfahrung. So kann zwar mechanische Energie vollständig in Wärme übergehen; diese aber kann immer nur teilweise wieder in mechanische Energie zurückverwandelt werden. Nennt man von zwei Energieformen diejenige, die in die zweite vollständig umgewandelt werden kann, die höhere, so ergibt sich, daß wohl höhere in niedere Energie vollständig übergehen, nicht aber niedere in höhere vollständig umgewandelt werden kann. Die gesamte Energie des Systems nähert sich also mehr und mehr einem Zustande, in welchem alle Energie in die niedere Form übergegangen ist. Dies besagt das Prinzip der Entropie. Das Prinzip der Erhaltung der Energie nimmt eine dem Prinzip der Konstanz der Materie gleiche Stellung ein. Wie der Begriff der Materie, ist auch dieses Konstanzprinzip eine Hypothese und zwar seht diese Hypothese die allgemeineren mechanischen Prinzipien voraus; und als ein der Verknüpfung der verschiedenen Energieformen dienendes Prinzip schließt es in der Forderung eines von außen unbeeinflußten Systems materieller Massen eine Vorausseßung ein, die sich bei keinem einzigen der uns in der Erführung gegebene Systeme Vollkomen verwirklicht findet. Die volle Geltung des Erhaltungsprinzips würde nämlich erst bei dem System der Systeme, dem Universum anzutreffen sein. Dieses aber ist kein Gegenstand der Erfahrung, sondern eine Idee. Es zeigt sich so wieder, daß die allgemeinsten Naturgeseße nicht Erfahrungssäße, sondern abstrakte Vorausseßungen sind, die wir unter der Einwirkung bestimmter logischer Motive der Interpretation der Erfahrung zugrunde legen. (System der Philo- Sophie tl S. 60.) b) Kosmologie. Die angenommene Gleichartigkeit der Materie und die Aligemeingültigkeit der mechanischen Prinzipien sichern die Gleichförmigkeit unserer logisdien Weltbetrachtung und sie lassen uns vertrauen, sofern wir jenen logisdien Vorausseßungen zugleich objektive Gültigkeit zuschreiben müssen, daß sich alle Nafurersdieinungen schließlich gleichartig verhalten und überall in der nämlichen Weise untereinander verbunden sind. Doch liegt darin nicht im mindesten, daß die Natur in allen ihren Teilen auch objektiv ein Ganzes bildet. Inwiefern kommt dem Begriff der Nature i n h e i t, der uns zunächst nur als subjektives Prinzip in der Beur-