Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1924 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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46 Das Prinzip der .Gegenwirkung sagt aus, daß die Wirkung, die ein Teil der Materie auf einen anderen ausübt, von einer Gegenwirkung des leßteren begleitet ist, die der Wirkung an Größe gleichkommt. Das Prinzip der Kräfteverbindung stellt fest: Wenn auf eine materielle Masse mehrere Kräfte gleichzeitig einwirken,, so wird die entstehende Geschwindigkeit oder Geschwindigkeitsänderung durch das phoronomische Prinzip der Zusammenseßung der Bewegungen bestimmt. Der nach einer gegebenen Zeit eingetretene Enderfolg ist daher demjenigen gleich, der eingetreten sein würde, wenn jede Kraft einzeln eine gleichgroße Zeit eingewirkt hätte. Die gesamte Wirkungsfähigkeit einer Masse bezeichnet man als deren Energie und unterscheidet dieselbe, je nachdem die Wirkungen durch entgegengeseßte aufgehoben werden oder nicht, als die vorrätige oder potentielle und als die aktuelle Energie. Da in einem mechanischen System der Uebergang aus aktueller in vorrätige Energie immer infolge einer Arbeitsleistung erfolgt, bei der eine Masse einen bestimmten Weg ״zurücklegt, so kann die vorrätige Energie auch als Lage- oder Distanzenergie bezeichnet werden. Seßt man ferner voraus, ein System mechanischer Kräfte sei in sich geschlossen, so daß es weder Wirkungen nach außen abgebe, noch von außen empfange, und ein Wechsel finde nur zwischen den genannten beiden Formen mechanischer Energie, nicht aber ein Uebergang in andere qualitativ verschiedene Energieformen statt, so ergibt sich aus den mechanischen Prinzipien und' speziell aus dem Prinzip der Kräfteverbindung, daß in einem solchen System die Summe der aktuellen Bewegungsenergie und der vorrätigen Distanzenergie konstant bleibt. Vom Gebiet der mechanischen Energie ist das Prinzip von der Erhaltung der Energie auch auf andere Naturkräfie wie Wärme, Elektrizität, chemische Affinität übertragen worden. Falls nämlich unter den für die Konstanz einer bestimmten Energieform gemachten Vorausseßungen nur die eine, die der Geschlossenheit des Systems, nicht die anere, die der Erhaltung der gleichen Energieform, festgehalten wird, wenn also Umwandlungen verschiedener Energieformen ineinander stattfinden, so kann man annehmen, daß auch jeßt das Prinzip der Konstanz gewahrt bleibe. Eine Nachweisung der Richtigkeit dieser Vorausseßung ist jedoch wegen der qualitativen Verschiedenheit der Energieformen allein in dem Sinne möglich, daß sich eine Verwandlung in konstanten Aequivalenzverhält-