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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 59

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 59)
Language
German
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45 sich daher unter dem gleichzeitigen Einfluß der Erfahrung und der Phoronomie entwickelt. Die phoronomischen Prinzipien der Bewegung sind das der Aequivalenz entgegengesetzter Bewegungen der Bezugselemente und das der Zusammensefeung der Bewegungen mittels der Subsiitution äquivalenter Bewegungen. Die dynamischen Prinzipien sind einerseits Uebertragungen der phoronomischen Grundsätze in eine kausale Form, andererseits die der Erfahrung der Anstrengung und des Widerstandes entnommenen Begriffe der Kraft und der Masse. Aus der Mischung logischer und empirisch-hypothetischer Faktoren ergeben sich die dynamischen Prinzipien der Trägheit, der Zentralkräfte, der Gegenwirkung und der Kräfteverbindung. {System der Philosophie II S. 40 ff.) Das Prinzip der Trägheit sagt aus, daß sich jedes in Bewegung befindliche materielle Element, wenn es sich selbst überlassen ist, d. h. nicht unter dem Einfluß irgendwelcher von außen einwirkender Bewegungsursachen steht, in gerader Linie und mit gleichförmiger Geschwindigkeit im Raume fortbewegt. Indem man dieses Verhalten auf eine ursprüngliche Eigenschaft der Materie zurückführt, wird der letzteren Trägheit zugeschrieben. Nach dem Prinzip der Zentral kräfte ist die Entstehung* der Bewegung eines materiellen Elementes oder die Veränderung einer schon bestehenden Bewegung desselben an das Vorhandensein mindestens eines anderen von ihm räumlich getrennten Eiementes gebunden, dem bewegende Kraft zugeschrieben wird. Von dieser wird sodann vorausgesetzt, daß sie die geradlinige Entfernung der Elemente, zwischen denen sie wirkt, entweder vermindern oder vergröbern könne: im ersten Falle heißt die Kraft eine anziehende, im zweiten eine abstoßende. Die Größe einer Kraft wird an der Größe der auf sie bezogenen Geschwindigkeitsänderung gemessen. Verschiedene Teile der Materie seßen der bewegenden Kraft einen verschiedenen Widerstand entgegen, je nachdem die durch die gleiche Kraft bewirkte Geschwindigkeitsänderung größer oder kleiner ist. Dieser der Materie innewohnende Widerstand ist die Masse. Mit Hilfe der Wechselbegriffe der Kraft und der Masse läßt sich daher das Prinzip der Zentralkräfte in den Safe zusammenfassen: Jede Kraft wirkt in der geraden Verbindungslinie ihres Ausgangs- und Angriffspunktes, und ihre Wirkung besteht in einer Geschwindigkeitsänderung, die der Größe der Kraft direkt und der Masse, auf die sie wirkt, umgekehrt proportional ist.

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