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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 47

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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33 ihrem Schwergewicht die Sicherstellung und Befriedigung der Interessen der Einzelnen zu vollziehen hat. In reicher Tatsachensammlung und klarer Gliederung des Stoffes werden in den vier Bänden der Soziologie die Entwicklung der sozialen Bildungen in Ehe, Familie, Stamm, Gesellschaft, Wirt-׳ Schaft, Recht, Sitte, Sittlichkeit, Kunst, Religion, Wissenschaft, Staat, Völkergemeinschaft dargelegt. Die treibende Kraft dieser Entwicklung sind der egoistische Wille und der Intellekt. Demzufolge sind die wirtschaftlichen Güter und die Wirtschaftsordnung von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Gesellschaft. Die Wirtschaftsordnung aber hängt ab von dem Stande der Technik, die wieder bedingt1 ist von der Entwicklung der Wissenschaft. So entspricht der primitiven Stufe der Erkenntnis die primitive Form des Gesellschaftslebens in Krieg und Sklaverei, entspricht dem Fortschritt des Intellekts der Uebergang vom System des Krieges und der Unterdrückung zur industriellen Steigerung der Produktion wirtschaftlicher Güter mit ihrer Grundlage der Verfeinerung der Arbeitsmethoden und der sie tragenden freien Entwicklung aller individuellen Anlagen im freien Staat und dem friedlichen Wettstreit der Bürger. Krieg und Frieden, Roheit und Zivilisation sind die Pole der menschlichen Entwicklung. Wir werden zu dem aus dieser Soziologie sich ergebenden oder vielmehr sie tragenden System der Werte des Kulturlebens noch Stellung zu nehmen haben. Hier stellen wir fest, daß die mannigfachen Formen des Gesellschaftsjebens nur verschiedene Ausdrucksformen des sein Wohl erstrebenden Massenegoismus sein sollen, dag also den geistigen Mächten des geschichtlichen Lebens keine selbständige Bedeutung zukommt, sie vielmehr im Dienste der sozialen Interessen stehen. Religion, Sitte, Sittlichkeit, Kunst, Wissenschaft, Staat und Völkergemeinschaft sind nur verschiedene Formen, in denen der eudämonistische Wille der Gesellschaff seine Verwirklichung erstrebt. Nur die Methode des eudämonistischen Handelns ist gemäß der Entwicklung des Intellekts in den verschiedenen Epochen der gesellschaftlichen Epochen verschieden. Von der intellektuellen Beherrschung der Natur wird das Glück der in der menschlichen Gemeinschaft vereinten Individuen erwartet. Wir erkennen die soziologische Theorie von Saint-Simon und Comte, das Drei-Stadien-Geseß der menschlichen Entwicklung vom affektiven Stadium der Lebensanschauung zur abstrakt-metaphysi - sehen und endlich zur positiven Erfahrungswissensehafi als Nerv der Darlegungen, nur daß dem 1. und 3. Stadium eine weit größere

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