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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 45

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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31 Hier aber stößt Spencer an die Schranken der mechanistischen Erkenntnis des Lebens, an die Unerklärbarkeit der Empfindung, der willkürlichen Bewegung und der Anpassung zum Zwecke der Seibsterhaltung, die die charakteristischen Merkmale des Lebens sind. Bekennt er von den beiden ersteren die Unableitbarkeit aus sind. Bekennt er von den beiden ersteren die Unableitbarkeit aus mechanischen Prozessen, so glaubt er für die Anpassung und demzufolge für die Entwicklung der Arten auf Darwinistische und Lamarckislische Prinzipien der direkten oder indirekten Anpassung sich benifen zu können. Gerade der Begriff der Anpassung aber ist von dem Lamarckismus psychologisch als Willensanstrengung und nicht mechanistisch gefaßt und ringt der Darwinismus um eine mechanistische Erklärung der Anpassung, die er in Angepaßtheit umzudeuten sucht. Mit welchem Erfolge haben wir bei der Dar- Stellung des Darwinismus zu zeigen gesucht und auf die großen Schwierigkeiten der mechanistischen Erklärung der phylogenetischen und ontogenetischen Entwicklung hingewiesen. Die U n - ableitbarkeit der organischen Prozesse aus den anorganisehen sprengt die Kette der mechanischen Entwicklung, die Spencer um die gesamte Wirklichkeit zu legen sucht. Die Empfindungen, deren Unableitbarkeit aus der Materie Spencer anerkennt, sind die Grundlagen des Seelenlebens. Soll die mechanistische Theorie wenigstens innerhalb des Seelischen Geltung behalten, wenn schon Seelisches lind Materielles nicht auseinander erklärt zu werden vermögen, so folgt, daß die Psychologie Spencers Assoziationspsychologie sein muß, die aus dem Zusammenhang der Empfindungen das höhere geistige Leben abzuleiten sucht. Nun sind aber schon die Erinnerungen nicht mit den Empfindungen identisch, sondern besondere Bewußtseinsinhalte, deren Existenz und Qualiiät von den Empfindungen unterschieden ist. Aber auch die Differenzierung der Empfindungen entsprechend der Differenzierung der Sinnesorgane ist aus der Dumpfheit des ursprünglichen Empfindens nicht abzuleiten, so gewiß sie auf dieses Siadium zeitlich folgt. Aus der Verknüpfung der Erinnerungen und der Empfindungen soll das Gegenstandsbewußtsein hervorgehen. Spencer selbst aber hebt hervor, daß die Erkenntnis der Gleichheit oder Verschiedenheit die Verknüpfung der verschiedenen Bewußtseinsinhalte zur Einheit des Gegenstandes bedingt, daß also Erkennen zu den Assoziationen der Empfindüngen hinzutreten muß, um in der logischen Einheit der Bewußtseinsinhalte die Einheit des Gegenstandes aufzubauen. Dann aber

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