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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 32

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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18 Eindruck des Widerstandes, den die Gegenstände im Bewußtsein hervorrufen. Dieser Eindruck von Widerstand bildet den ursprünglichen, den universalen, den stets vorhandenen Bestandteil des Bewußtseins. So ist Widerstand das primäre Attribut jedes Körpers, Ausdehnung dagegen erst ein sekundäres Attribut. Auch ohne das Bewußtsein von Lage gibt es noch das Bewußtsein des Widerstandes, hingegen können wir uns kein Ding als raumerfüllend denken, das nicht zugleich als Widerstand bietend vorgestellt würde. Unser Bewußtsein von Kraft ist entstanden aus dem Bewußtsein des Widerstandes, wie er in unseren Empfindungen von Muskel- Spannungen erkannt wird. Unser Begriff von Kraft ist eine Verallgemeinerung der Muskelempfindungen, die wir haben, wenn wir selbst die Erzeuger von Verwandlungen in Dingen der Außenwelt sind. Stoff, Raum, Bewegung, Kraft sind Abstraktionen von unseren Erfahrungen von Widerstand. So wird die Empfindung des Widerstandes zur Grundlage des Denkens und können wir alle Erfahrungen nur als Erfahrungen von Kräften verstehen. Im Begriff der Kraft erlangen wir den gemeinsamen Maßstab, durch welchen die Dinge miteinander verglichen, abgeschäfet und klassifiziert werden. Folgen zwei Dinge regelmäßig aufeinander, so ruft die Wahrnehmung des einen die Idee des anderen wach. Lassen sich nun Antezedenz und Konsequenz nicht umkehren, so ist die Folge notwendig oder kausal. Erkenntnis ist demnach der immer fortschreitende Prozeß der Differenzierung und Integrierung der Bewußtseinsinhalte. Diese Zusammenhänge der Bewußtseinsinhalte aber haben objektive Bedeutung, weil sie durch Erfahrung erzeugt sind. Die Erfahrungen des Einzelnen und die Erfahrungen vergangener Geschlechter sind Grundlagen unseres Wissens. Die Anpassungen zwischen Denken ״und Dingen führen dahin, daß fortwährend sich wiederholende Beziehungen in den Dingen notwendigerweise entsprechende Be- Ziehungen im Denken hervorrufen, die gleichfalls absolut sind. Die Unvorstellbarkeit ihrer Negation stüßt sich darauf, daß sie nicht nur unsere indiviuellen Erfahrungen, sondern die unserer sämtlichen Vorfahren zum Ausdruck bringen. (W. W. V. 2 S. 439.) Dem Schließen selbst können wir nur auf Grund der Annahme Vertrauen schenken, daß absolute Gleichförmigkeiten des Denkens absoluten Gleichförmigkeiten der Dinge entsprechen. Für logische Intuitionen gilt der gleiche Grund. So muß man zugeben, daß das Bewußtsein von logischer Notwendigkeit genau ebensosehr ein Produkt vergangener Erfahrung ist, als jedes andere Bewußtsein von Notwendigkeit.

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