Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1924 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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17 mit gleichen vorherbekannten. Der universelle Vorgang der Ver- Standestätigkeit aber ist Assimilation der Eindrücke. Und die Unterschiede, welche in den aufsteigenden Stufen des Verstandes hervortreten, sind nur eine Folge der zunehmenden Kompliziertheit der assimilierten Eindrücke. (W. W. V 2 S. 300.) Die Idee des Raumes ist ein Produkt der Zusammenordnung der Lagebeziehungen der Körper. Die automatische Klassifikation der Körper erzeugt die Idee des Raumes, der also eine Abstraktioh aus der Wahrnehmung der Lagebeziehungen koexistierender Körper und nicht eine apriorische Form des Denkens ist. Wie die Vorstellungen von Raum und Koexistenz untrennbar sind, so die von Zeit und Folge. Die Z e i t ist nur vermöge der Aufeinanderfolge unserer Geisteszustände erkennbar. Diese Geisteszustände bilden eine Reihe: den Zeitpunkt, in welchem ein jeder derselben stattfindet, erkennen wir als seine Lage in dieser Reihe. Und unter den zwischen ihnen liegenden Zeiträumen verstehen wir nichis anderes als wieder ihre relativen Lagen in der Reihe. Zeit im allgemeinen ist das Abstraktum aus allen Beziehungen der Lage zwischen aufeinanderfolgenden Bewu&tseinszuständen oder die leere Form, in welcher diese aufeinanderfolgenden Zustände präsentiert und repräsentiert werden. (W. W. V 2 S. 210.) Beruhen aber Raum und Zeit auf den Wahrnehmungen der Koexistenzen und der Successionen von Gegenständen, so haben sie diese zur Grundlage. Wie aber gelangen wir zur Kenntnis dieser Koexistenzen und Successionen? Nur durch die Bewegung der Gegenstände werden Veränderungen im Bewugtsein hervorgerufen, in denen sich Lagebeziehungen zwischen ihnen offenbaren können. Die Muskelempfindungen, die durch die Bewegung der Gegenstände in uns hervorgerufen werden, wenn wir ihnen mit dem Auge folgen oder nach ihnen greifen, geben uns Kenntnis von der Bewegung der Gegenstände oder der Bewegung unserer Glieder. Die Reihe der Sinneseindrücke entspricht der Reihe der Muskelempfindungen, und so koordinieren sich Sinneseindrücke von Gegenständen mit Muskelempfindungen. Eine Reihe von Muskelempfindungen wird erkannt als entsprechend einer Reihe von koexistierenden oder aufeinanderfolgenden Lagen. Die Ideen von Raum, Zeit und Bewegung entwickeln sich auseinander. CW. W. V 2 S. 225.) Wie die Idee der Bewegung aus der Koordination von Muskelempfindungen mit der Wahrnehmung von Koexistenzen und Successionen hervorgeht, ruhen die Muskelempfindungen auf dem