Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1924 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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…/2720904-2721047--028-2726413- Visual Library
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15 der Druck des industriellen Wettbewerbes in freien Gemeinschaften hierzu ausreichen. Ebenso steht es mit der Freiheit der Gewerbe und Künste, die durch den kriegerischen Typus den ersten Anstoß erhalten haben, nun durch die Vorteile, die der Handel aus ihnen zieht, einen genügenden Anreiz zu weiterer Entwicklung haben. Dampfhämmer, hydraulische Widder und unzählige neue Einrichtungen von der Lokomotive bis zum Telefon verkünden laut und deutlich, daß die Industrie für sich allein durch ihre vielseitigen Bedürfnisse einen mehr als hinreichenden Drude auszuüben vermag, durch den auch in Zukunft die gewerblichen Künste zu immer weiteren Fortschritten werden angetrieben werden. Nur Verderbliehe Folgen kann die Fortdauer der kriegerischen Zustände für die zivilisierten Völker haben. So wohltätige Folgen der Zwang des kriegerischen Gesellschaftstypus für die Entwicklung der Menschheit gehabt hat, so ist es nun an der Zeit, den internationalen Streitigkeiten Einhalt zu tun und jene gewaltigen Rüstungen einzustellen, welche zugleich Ursachen und Folge der ersteren sind, damit sich nun die Segnungen des industriellen Gesellschaftstypus frei entfalten können. (W. W. VIII 3 S. 785 ff.) e) Die W e rj e. Die Soziologie hat gezeigt, welche ungeheure Bedeutung für . die Entwicklung der Menschheit die Gesellschaft hat. In ihr entwickeln sich ihre physischen, emotionellen, intellektuellen, moralisehen, künstlerischen, religiösen, industriellen Kräfte und Fähigkeiten und gestalten Organisationen, die wieder zu Trägern der Entwicklung werden: die Gebilde der Sprache, der Wissenschaft, der Moral, der Religion, der Kunst. Alle Seiten des gesellschaftliehen Lebens bilden einen innigen und unlöslichen Zusammenhang. Nicht allein beeinflussen sich die häuslichen, staatlichen, kirchlichen, zeremoniellen und industriellen Organisationen durch ihre jeweiligen Tätigkeiten, und nicht allein werden sie alle täglich beeinflußt durch den Zustand der Sprache, des Wissens, der Moral und der Künste, sondern die leßteren werden ihrerseits sämtlich von jenen und ebenso voneinander beeinflußt, ln diesem Sinne bildet die Gesellschaft einen Organismus. (W. W. VI 1 S. 527.) Es ist daher nicht angängig, ein apriorisches System der Werte zu konstruieren, sondern sind! diese aus der Entwicklung der Gesellschaft abzuleiten. Zwischen dem sozialen Zustand, der zu einer beliebigen Zeit durch die Umstände mit Notwendigkeit bedingt ist, und den zu gleicher Zeit angenommenen Theorien über das Handeln in bezug auf staatliche wie individuelle Angelegen