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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1925-01-01 · 1924 (1925) · page 24

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1924 (1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
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10 Veränderungen und der Umwelt herzustellen und die Anpassung des Organismus sicherzustellen, indem immer umfassendere Erfahrungen sich associativ ins Bewußtsein erheben und Voraussicht die Handlung leitet. Vernunft ist weitreichender Zusammenhang des Bewußtseins zum Zwecke umfassendster Voraussicht. Wie so der Geist eine fortwährende Integration der Empfindüngen ist, gilt das Gleiche von den Gefühlen. Während vollständiger Mangel an Gedächtnis und Vernunft begleitet wird vom vollständigen Mangel auch der Gefühle, bewirkt der Fortschritt, welcher Gedächtnis und Vernunft hervorbringt, auch die Entwick- Iung der Gefühle. Automatische Handlungen werden nicht gefühlt. Dagegen bewußte Handlungen sind wie von Gedächtnis und Vernunft auch von Begehrungen getragen, die gefühlt werden. So treten gleichzeitig Gedächtnis, Vernunfi, Gefühl und Wille auf und ist die Handlung der Erfolg eines Aggregates von Gefühlen, Ideen und Begehrungen. Außerhalb des Aggregates von Gefühlen, Begehrungen und Ideen gibt es keinen Willen als besondere seelische Energie, wie kein Denken oder Fühlen. Das Ich ist nicht eine Substanz, sondern der reihenartige Zusammenhang seiner Bewußtseinsinhalte. d) Die Gesellschaft. Nachdem Spencer die Entwicklung der anorganischen Gebilde in den ״Grundlagen der Philosophie“ skizziert hatte, stellte die ״Biologie“ die Entwicklung des Lebens, die ״Psychologie“ die seelische Entwicklung des Menschen dar. Diese Darstellung aber bleibt abstrakt und unvollständig, solange sie die eigentümliche Entwicklung des Menschen in der Gesellschaft unberücksichtigt läßt. So schließt sich an die Psychologie die ״Soziologie“ an. Wenn wir auch die Anfänge der Gesellschaftsbildüng bereits bei bestimmten Arten von Tieren beobachten können, die eine überorganische Einheit bilden, wie Bienen, Ameisen, einige Vogelarten, auch herdenweise lebende Säugetiere, so ist es doch erst der Mensch, bei dem diese Anfänge der Gesellschaftsbildung zu bedeutender Entwicklung gelangen und die Geschichte der Menschheit bilden. Die Gesellschaflsbildung des Menschen hängt von äußeren und inneren Faktoren ab. Zu den ersteren gehören das Klima, der feste Boden, die Konfiguration der Oberfläche, die pflanzlichen Erzeugnisse, die Fauna. Zu den inneren Faktoren gehören die physiologischen Eigentümlichkeiten, die Gemütsanlagen, der Grad der Intelligenz und die Denkweise der die Gesellschaft bildenden

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