Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1924 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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7 äußerst empfindlich. Die molekulare Erschütterung, welche die molekulare Andersordnung begleitet, ruft eine thermale Rück-׳ Wirkung hervor, die ihrerseits in jedem Augenblick ein Ansto§ zu weiterer chemischer Tätigkeit ist. Die durch jede Zunahme der chemischen Veränderungen erzeugte Wärme ermöglicht ihrerseits wieder eine nachfolgende Zunahme der chemischen Veränderungen. Während aber Wärme, Licht und Elektrizität ebensowohl von anorganischer Materie abgegeben wird wie von organischer Materie, gibt es eine Kraft, die nur der organischen Materie eigentümlich ist ~, die Nervenkraft. (W. W. II. S. 51 ff.) Die nervösen Entladungen aber sind bedingt durch die chemischen Vorgänge im Organismus. Die unaufhörliche Veränderung von Stoffen, welche Sauerstoff und andere Agentien im Körper verursachen, begleiten die Erzeugung der Nervenkraft. Es lä&t sich nicht Voraussagen, ob wir jemals etwas mehr über diese Nervenkraft wissen werden, als da& sie eine besondere Art molekularer Störung ist, welche sich von einem Ende des Nervs zum anderen fortpflanzt. Wir wissen blog, dä§ die Kräfte, welche molekulare Veränderungen in den Nerven hervorzurufen fähig sind, auch eigentümliche Kundgebung der Lebenstätigkeit aus ihnen hervorzulocken vermögen. Die molekularen Veränderungen führen notwendig zu inneren Bewegungen. Wir sind nicht imstande nachzuweisen, wie die inneren Bewegungen sich in die äugere Bewegung bestimmter Organe umsefeen, wie die nicht wahrnehmbare Bewegung, die sich durch einen Nerv fortpflanzt, die wahrnehmbare Bewegung in einem Muskel hervorruft. Das Leben lägt sich als Veränderung mit auf einanderfolgenden Phasen oder als eine Reihe aufeianderfolgender Veränderungen auffassen, die ungleichartig sind und zugleich im gegenseitigen Zusammenhang miteinander stehen. Gleichzeitig aber stehen die Veränderungen in einem Organismus in Beziehung zu den Veränderungen in seiner Umgebung. In der beständigen Herstellung solcher Uebereinstimmung zwischen dem Organismus und seiner Umgebung besteht das Leben, und nur durch die beständige Erzeugung derselben wird es erhalten. So erhalten wir die Definition: Leben ist die fortwährende Anpassung innerer Relationen an äu&ere Relationen. (W. W. II. S. 86.) Mit dem Grad des Zusammenhanges im Organismus steigt die Höhe des Lebens und bestätigt die Entwicklung des Lebens das Gesefc der universellen Ent- Wicklung.