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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1931-01-01 · 1931 · page 88

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 88)
Language
German
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IRI
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wandte es für den Augenblick weniger Aufmerksamkeit zu. Der Breslauer Rat fühlte sich daher in seinen Entscheidungen ungehemmt. Jetzt hielt er die Zeit für gekommen, die angestrebte Reduktion der Breslauer Juden durch ein Machtwort herbeizuführen. Im Widerspruch zu der Bestimmung des kaiserlichen Reskripts v. J. 1716 verfügte er zu Beginn des Jahres 1737 eigenmächtig die Ausweisung aller unprivilegierten . schlesischen und ausländischen Juden aus Breslau154. Anlaß zu dieser Zwangsanordnung gaben erneute Beschwerden der Kaufmannschaft über die Beeinträchtigung des privilegierten Handels durch jüdische Kaufleute und Mäkler. Nachforschungendes Juden-Amtes bildeten die Grundlage für.das Vprgehen des Rates bei den Ausweisungen; diese wurden mit besonderer Härte durchgeführt. Zu Schiff und zu Wagen wurden jüdische Familien in großer Zahl aus der Stadt geschafft und nach anderen schlesischen Orten abgeschoben. Der Breslauer Rat begnügte sich aber nicht damit, die der Kaufmannschaft lästigen Konkurrenten aus dem eigentlichen Stadtgebiet zu entfernen. Sein Eifer wandte sich auch gegen die vielen unter der J urisdiktion der geistlichen Stifter auf St. Mathiae und Vincenz wohnenden jüdischen Kaufleute185. Mit der Gewaltmaßnahme des Breslauer Rates begann für die Breslauer und bald auch für einen großen Teil der schlesischen Juden im Lande eine Periode der Wanderungen. Der Breslauer Rat klagte über die Unbotmäßigkeit der Juden, die bei der Aus- Wanderung ihre Häuser nicht geräumt, ihre Mobilien nicht mitgenommen und, durch das eine Tor hinausgeschafft, den Weg in die Stadt durch das andere Tor zurückfanden. Eine verschärfte Verordnung, in allen Synagogen publiziert, verkündete daher,; unter Androhung von Zwangsmitteln, der gesamten in Breslau befindlichen Judenschaft, daß sie, mit Ausnahme der Privilegierten und ihrer Untergebenen, ״in acht Tagen, nach seit 1728 geführt;wurden, zogen sich über mehrere Jahre hin und erreichten anscheinend 1736 einen vorläufigen Abschluß, (Bresl. Staats-A. Rep. 14 AA VIII 33b, vol. II, f. 206 f., 235/41); die Bedeutung der Juden für den Handel mit der Ukraine ergibt sich im übrigen auch aus diesen Verhandlungen (ibd. f. 241b). 154 Vgl. Kaufmannsälteste an den Rat von Breslau, 11. 5. 1737, Bresl. Stadt״A. ]Lose Jud.TA. NNN 500a, f. 296—300, dazu Protest des Toleranz- Pachters Joseph Lazarus an K. O. A., 22. 2. 1738, Bresl. Staats-A. Rep. 16, F. Bresl. II 8g, f. 18 ff.!55 Petition 4er Kaufmannsältesten nebst Spezifikation des Juden- Amtes;vgl. obige Anm.

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